Zur Seite "Hetze gegen Veganer in der WELT - Volksverhetzung im Axel Springer Verlag?"

Jeder, der sich persönlich von dem Hanika-Artikel betroffen fühlt, sollte Anzeige erstatten.

An die
Staatsanwaltschaft Hamburg
Gorch-Fock-Wall 15

20355 Hamburg

Als Fax voraus: (0 40) 4 28 43-43 87

Siegen, den 01.02.2004

Strafanzeige und Strafantrag gegen

  • 1. Frau Iris Hanika
  • 2. und die für die Herausgabe der Zeitung DIE WELT Verantwortlichen des Springer Verlages Hamburg

Verdacht von Straftaten gem. §§ 130 I Nr. 1 und 2, II, 185, 186 oder 187 StGB wegen des Artikels "Essen und nicht essen" in DIE WELT vom 10.1.2004, Seite 8 (Anlage 1)

 

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

durch den Inhalt und die Verbreitung des o.g. Artikels werden die Straftatbestände der Beleidigung, der üblen Nachrede bzw. der Verleumdung und der Volksverhetzung erfüllt. Ich bin Veganer. Im Artikel von Frau Hanika werden Veganer als "Wohlstandsmaden" bezeichnet. Diese Aussage ist nicht nur falsch, sondern auch beleidigend.

Ich bin Inhaber von XX Unternehmen, mit denen ich Umsätze von XXXXXXXXXXXX Euro erwirtschafte. Dadurch bin ich auch einer der größten Steuerzahler der Region. Ich habe noch nie Sozialhilfe bezogen oder in sonstiger Weise als "Wohlstandsmade" gelebt.

Außerdem werden in dem Artikel alle Veganer mit dem Ausdruck "obszöne Dummheit" beleidigt, weil sie ein Schlachthaus mit einem Massenvernichtungslager gleichsetzen würden. Dazu ist festzustellen:

1. Nicht alle Veganer machen sich diesen Vergleich zu eigen.

2. Dieser Vergleich stammt von herausragenden jüdischen Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte wie z. B. dem Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer und Philosophen Theodor W. Adorno. Jüdische Mitglieder der Tierrechtsorganisation "Peta" haben dies aktuell zum Anlass genommen, eine Kampagne gegen Massentierhaltung zu initiieren und zu finanzieren. Diese jüdischen Persönlichkeiten deshalb mit "obszöner Dummheit" zu beleidigen grenzt nach meiner Auffassung an Antisemitismus.

Veganer sind Menschen, die Menschen und Tieren ein leidenfreies Leben zugestehen und deshalb ihr eigenes Verhalten so ausrichten, dass weder Menschen noch Tiere zu Schaden oder zu Tode kommen. Veganer treten also für einen effektiven und konsequenten Tierschutz im wahrsten Sinne des Wortes ein. Ein Teil der Veganer tut dies für sich alleine, um mit sich selbst und dem eigenen Gewissen ins Reine zu kommen, andere Veganer versuchen in der übrigen Bevölkerung für den Schutz der Tiere zu werben. Dies ist staatlich gewollt und wird durch steuerliche Vorteile gemeinnütziger Organisation gefördert.

Im Kommentar zum Tierschutzgesetz von Kluge et al. (Anlage 2) heißt es: "Ein effektiver Tierschutz ist geeignet, das Wertebewusstsein in der Gesellschaft zu stärken und dem Werteverfall entgegenzuwirken." Weiterhin wird im Zusammenhang "Tierschutz ist Menschenschutz" erläutert, dass 87% der Gewaltverbrecher Tiere im Kindesalter schwer gequält oder grausam getötet haben. Im Kommentar von Kluge et al. heißt es weiter: "Der Tierschutz [...] muss aber jetzt wegen seines Verfassungsranges iS der Stufentheorie des BverfG als ein überragend wichtiges Gemeinschaftsgut gelten [...]"

"DIE WELT" hat Frau Hanika mit diesem Artikel die Möglichkeit gegeben, eine Minderheit, die sich uneigennützig um gemeinnützige, staatstragende Aufgaben kümmert, in einem öffentlichen Medium mit unwahren, verleumderischen und hetzerischen Ausführungen zu diffamieren und in Verruf zu bringen. Frau Hanika hat sich auf alle Veganer bezogen, somit auch auf mich.

Das angebliche Zitat von einem Berliner Autor, dass dieser gerne mit einem Maschinengewehr zu einem Veganertreffen gehen möchte, um die Tür einzutreten und dann mit den Worten "für Tiere mag jeden Tag Treblinka sein, aber für euch ist heute My Lai" zur Tat zu schreiten, ist ein unverholener, subtiler Aufruf zur Gewalt gegen Veganer, ja sogar eine Rechtfertigung zur Tötung von Verganern.

Dies alles bedarf in einem Rechtsstaat einer angemessenen Sanktion.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Ernst W. Henrich

Dr. Baumann Cosmetic GmbH
In der Kohlenbach 27
D-57080 SIEGEN
Tel.: 0271/38.39.91
Fax: 0271/38.20.08

henrich@dr-baumann.com