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Pressemitteilung AGSTG, 25.01.04

Tierversuchskonzern Covance erwirkt Einstweilige Verfügung gegen AGSTG

Im Dezember 2003 brachte ein Undercover-Journalist brisantes Bildmaterial über aktuelle Tierversuche an die Öffentlichkeit, welches im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde und für einen Aufschrei in Bevölkerung und Politik sorgte. Das Video zeigt, wie bis zu 2000 Affen in dem Covance Labor Münster für die internationale Pharma- und Chemiebranche leben und leiden.

Aus diesem aktuellen Anlass rief die Aktionsgemeinschaft SCHWEIZER TIERVERSUCHSGEGNER - Dachverband der Antivivisektion - zu einem Aktionstag für die Abschaffung der Tierversuche und gegen Covance auf.

Die Tierversuchsgegner versammelten sich während des 22.01.04 am Place du Molard in der Genfer City.

Am Infostand der AGSTG informierten die Tierversuchsgegner über die barbarische Misshandlung der Affen in den Covance-Laboratorien und prangerten die Methode Tierversuch als Wissenschaftlichen Unsinn an.

Tierversuche führten in eine Sackgasse und blockierten den dringend notwendigen medizinischen Fortschritt. Eine Übertragung von Ergebnissen aus Tierversuchen sei wissenschaftlich nicht haltbar und stelle eine reine Spekulation dar. Zahlreiche Medikamentenskandale haben wiederholt das Versagen des Tierversuchs und seine Gefahren bewiesen.

Anlässlich einer Pressekonferenz im Hôtel le Warwick Genève erklärte der Präsident der AGSTG, Thorsten Tönjes, weiter: Es sei empörend, dass auch heute noch an derart leidvollen Testverfahren festgehalten werde, obwohl eine Vielzahl wissenschaftlicher Forschungsmethoden zur Verfügung ständen, die ohne den Einsatz von Tieren auskämen und weitaus mehr Aussagekraft für den Menschen hätten, als Tierversuche.

Die AGSTG betont einmal mehr die dringende und längst überfällige Notwendigkeit der Validierung und Finanzierung tierversuchsfreier Forschungsmethoden wie Computersimulationen, in-vitro-Methoden, epidemiologischer Methoden, klinischer Untersuchungen, etc. zugunsten einer für Mensch und Tier ethisch vertretbaren Wissenschaft.

Zensur!

Dem Präsidenten der AGSTG wurde an dessen Infostand in Genf vom Advocaten der Covance Central Laboratory Services SA (Meyrin/GE), Patrick Blaser, eine gerichtliche Einstweilige Verfügung überreicht. Diese hatte Covance einen Tag zuvor am 21.01.04 ohne Anhörung der AGSTG erwirkt und untersagt den Tierversuchsgegnern:

Sämtliche Verbreitung von Text- und Bildmaterial im Zusammenhang mit Covance in welcher Form auch immer (Fotos, Video, Plakate, Transparente, einschliesslich dem AGSTG-Flyer „Covance schliessen“);
Dieses Verbot hat Gültigkeit für den Präsidenten der AGSTG und alle seine 50'000 Mitglieder;
Bei Zuwiderhandlung wurde dem Präsidenten mit Haft- und hohen Geldbussen nach Artikel 292 schweiz. Strafgesetzbuch gedroht;
Die AGSTG hat diesem Verbot vorübergehend Folge geleistet und das entsprechende Material zurückgezogen.

Aus technischen Gründen konnte besagtes Material bis dato jedoch noch nicht von unserer Internetpräsenz www.agstg.ch entfernt werden.

Die Covance-Advocaten Houthoff Buruma (Amsterdam) haben unterdessen mit der Sperrung der AGSTG – Domain gedroht, wenn die entsprechenden Fakten aus dem Covance-Labor nicht bis 28.01.04 um 17:00 Uhr offline geschaltet sind.

Ebenfalls versammelten sich die Tierversuchsgegner am 22.01.04 zu einer Fackel-Mahnwache vor der schweiz. Niederlassung des Covance-Konzerns in Meyrin/Genève. Diese Mahnwache wurde von der Gemeinde Meyrin trotz rechtzeitiger Anmeldung und mehrmaliger Nachfrage nicht bewilligt. Die Mitarbeiter von Covance wurden mit Bussen aus dem Werksgelände befördert, um etwaigen Informationsübermittlungen oder Diskussionen vorzubeugen. Begleitet wurde dieser Aktionstag von in kleinen Käfigen sitzenden und als blutrünstige Forscher verkleideten Tierversuchsgegnern.

Covance macht nach eigenen Angaben Auftragsforschung „für die Top 50 der internationalen Pharmaindustrie“, wobei sich zahlreiche dieser Auftraggeber auch in der Schweiz befinden.

Der Skandal um dieses Unternehmen weitet sich nach Ansicht der AGSTG zu einem Politik- und Justizskandal aus, die mit massiven Eingriffen in die Presse- und Meinungsfreiheit bestrebt ist, die Wahrheit aus hermetisch abgeriegelten Versuchslabors geheim zu halten und dem Steuerzahler dieses Wissen vorzuenthalten.

Dem Bestreben der multinationalen Pharmaindustrie, die Tierversuchsgegner mit der Androhung von Haft- und hohen Geldstrafen und Zensur mundtot zu machen wird die AGSTG mit rechtlichen Schritten begegnen, und auch in Zukunft für die Wahrheit einstehen. Wir lassen uns nicht mundtot machen!

Thorsten Tönjes
- Präsident AGSTG -