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Braunbär-Plädoyer


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Plädoyer für den slowenischen Braunbär


Rechtfertigung

Pro Jagd?

Contra Jagd!

Schlussbemerkungen

Anhang

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Der Braunbär

Bärenwaisenasyl

Bärige Aktionen

Bären-Buchtipps

Viele Postkartenmotive mit Bären aus Kuterevo (Kroatien)


Protestkampagne gegen den Abschuss von Bären und Wölfen in der Slowakei


Protestkampagne gegen den Abschuss der letzten Braunbären in Rumänien


Plädoyer für Slo-Bären

"Bären Management"

culling bears in Slovenia


Linktipps

Buchtipps für Tierfreunde


Buchtipp: Die Jagd - Die Leidenschaft des Jägers  

Die Leidenschaft des Jägers

Die Jagd auf Wildtiere eröffne einen "Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust" - ähnlich wie in einem Krieg. Kein Buch für Jäger, sondern eins für Leser, die noch nie begreifen konnten, was Menschen dazu veranlasst, nächtelang mit der Flinte in der Hand auf Hochsitzen zu frieren: Es ist die "License for Sex and Crime". Die Jagd sei weniger ein Sport als ein archaisches Ritual, angetrieben von der "Gier, fern vom Fortschritt töten zu können." (Auszüge von SPIEGEL Nr.2/05.01.2004).
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Buchtipp: Im Reich der Riesenbären  

Im Reich der Riesenbären

von Andreas Kieling, September 2003, amazon-Link


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von Maureen Enns, August 2003, amazon-Link



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Plädoyer für die slowenischen Braunbären
anlässlich des politischen Legitimationsversuchs der Bären-Jagd

William Holbrook Beard (1824-1900)  Tanzende Bären

William Holbrook Beard (1824-1900)
Tanzende Bären

zur Postkarte zur Tiere-in-der-Kunst-Liste


 

Linktipp: Verbreitung in Europa

Der Braunbär ist nicht nur der größte an Land lebende Fleischfresser, sondern auch der am weitesten verbreitete aller Bären dieser Welt. Daraus könnte man folgern, er gehöre zu einer sehr erfolgreichen Art. Jahrtausende lang stimmte das auch, aber heute ist er vielerorts ausgestorben oder zumindest ernsthaft bedroht.

In Kroatien und Slowenien gibt es noch eine respektable Braunbärenpopulation. Insgesamt leben dort nach Schätzung von Tierschützern rund 800 Bären. In beiden Ländern sind sie gesetzlich gut geschützt. Trotzdem werden jedes Jahr einige Tiere zum Abschuss freigegeben.

Dies hat bisher dem Bestand keinen Abbruch getan, da so die Jagdlobby den Schutz der Bären grundsätzlich mit trägt und auch konsequent gegen Wilderei vorgeht. Doch nun sind die Braunbären in Slowenien in Gefahr! Über hundert Bären wurden für die Wintersaison 2002/2003 zum Abschuss freigegeben.

Hier über die Kommission, die über Leben und Tod von Tieren entscheidet.

Slowenien lässt die Braunbären erschießen

Slowenien rechtfertigt den Entschluss, die Bären zum Abschuss freizugeben mit allerhand statistischen und empirischen Daten. Marko Jonozovic betont in seiner Einleitung, dass 2002 ein Workshop im Risnjak Natinal Park, Kroatien, organisiert von LCIE (Link zu Large Carnivore Initiative for Europe) stattfand, an dessen Aktionspläne man sich halten würde. Slowenien handele entsprechend Artikel 22, Punkt 1 und Artikel 6 der (Kommentar Berner Konvention), wohlwissend des Anhangs II für den Braunbären (Kommentar Rote Liste).


Statistische Angaben aus Slowenien

 

Hier zu den offiziellen Daten und Fakten

 

 

Pro Jagd? - Die slowenischen Begründungen:

  1. Die slowenische Braunbären-Population befände sich in einer ausgezeichneten, stabilen Lage und sei weder kurz- noch langfristig bedroht. Ferner habe sich die Populationsgröße erhöht und das Verbreitungsgebiet der Bären weite sich aus.
    Mein Kommentar

  2. Angeblich würden Erfahrungswerte zeigen, dass ein Wurf von je 2 Jungen pro Weibchen bei einer Population von 500-700 Tieren ein jährliches Anwachsen von 100-150 Bären bedeute. Nachdem die Anzahl der Bären so zugenommen habe, sei 2002 ein Eingriff auf 15% der geschätzten Population nötig geworden. Dies sei das erste Mal, dass derart radikal vorgegangen worden sei und schließe die Elimination der Tiere aus allen möglichen Gründen mit ein.
    Mein Kommentar

  3. Die Anzahl der Bären, die zum Abschuss freigegeben werden, sei tendenziell sinkend, während die Verluste aufgrund außergewöhnlicher Vorfälle wie Tod innerhalb von Konfliktsituationen oder Tod der Tiere im Straßen- und Schienenverkehr, ansteige.
    Mein Kommentar

  4. Weiter führt Jonozovic aus, dass Beschädigungen durch Bären angestiegen seien. Auch Konfliktsituationen zwischen Bär und Mensch hätten zugenommen, was dazu führt, dass Bären mehr und mehr als negativ wahrgenommen würden. In den letzten 5 Jahren wurden wohl drei ernsthafte Fälle registriert, in denen Menschen von Bären tätlich angegriffen worden seien. Dies habe zur Folge, dass es erhebliche Übergriffe der Menschen auf Bären gäbe und unkontrollierbare Verluste der Bärenpopulation hervorriefe.
    Mein Kommentar

  5. Die Bären hätten diejenige Schwelle übertreten, in denen sie in hinnehmbarer Weise in den Gebieten, in denen sie vorkommen, zu tolerieren seien. Slowenien könne keine größere Population vertragen.
    Mein Kommentar

Jonozovic behauptet, dass sich Slowenien im Umgang mit dem Braunbären an internationale Gesetze, einschließlich aller Regelungen und Pläne, halten würde. Momentan sei es allerdings Fakt, dass ein größerer Eingriff in die Bären-Population nötig sei.

Ferner sei diese Maßnahme (erhöhte Abschuss-Quoten) eines der übernommenen und dargelegten Aktionen der Braunbär-Management-Strategien und –Pläne.

Die Implementierung der meisten anderen Maßnahmen, die die beiden Ziele (einerseits Artenschutz und andererseits akzeptable Koexistenz von Mensch und Bär) sicherstellen, würde von Slowenien im übrigen aus eigenen Mitteln und dem vorhandenen Wissen ausgeführt. Selbstverständlich sei Slowenien gerne bereit, unbestreitbar notwendige internationale Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Contra Jagd - Gegenargumente

Nachdem ich mich durch die offiziellen Unterlagen gekämpft habe (und sie zur Verfügung stelle - ausführlich englisch, Zusammenfassung deutsch), weiter recherchiert und auch die Meinungen und Daten aus Artenschutzsicht studiert habe, viel übär den Braunbären und Schutzprojekte gelesen habe, traue ich mich, zu den oben genannten fünf Rechtfertigungs-Gründe zu sagen: "Da will uns jemand einen Bären aufbinden". 11.02.03, vk


 
  1. Kommentar 1:

    Der Erhalt der Braunbären in Slowenien ist keine nationale Angelegenheit: Der derzeitige Bestand des Braunbären in Europa setzt sich aus wenigen, meist sehr kleinen und zerstückelten Populationen zusammen. Der Bärenbestand in Slowenien stellt das Kernstück einer Population dar, zu der auch Tiere aus Österreich, Italien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Jugoslawien, Albanien und Griechenland gehören. Neben Kroatien hat Slowenien bislang die stabilste Bärenpopulation.

    In beide Länder sind Bären auch während des Krieges in Ex-Jugoslawien geflüchtet. Die aktuelle Erhöhung der Jagdquote gefährdet somit nicht nur den nationalen Bestand, sondern stellt eine erhebliche Bedrohung für das Überleben der Braunbären in weiten Bereichen Europas dar. (Pro Wildlife)

  2. Kommentar 2:

    Bei der Rechnung komme ich nicht mit. Laut slowenischer Statistik ist die Population 20:40:40 (Weibchen:Jungtiere:Männchen). Also bei 500 Tieren bedeutet dies 100 Weibchen, die innerhalb von 3 Jahren 2 Junge bekommen - sind innerhalb von 3 Jahren 200 Tiere.

    Das sind für mich pro Jahr also 66 Tiere. Ginge man von 700 Tieren aus, sind dies im Jahr 93 Jungtiere! Immer noch weniger als 100-150.

    Laut dieser Rechnung müsste man schon von einer Population von 2.250 Tieren ausgehen, um auf 150 neue Jungbären jährlich zu schließen. Im übrigen geht Pro Wildlife davon aus, dass der Braunbär zu den Tierarten mit der geringsten Fortpflanzungsrate in Europa gehört.

  3. Kommentar 3: Selbst wenn man sowohl den genehmigten Abschusszahlen als auch den Bestandszahlen Glauben schenkt, kann von einer tendenziellen Senkung der Quoten keine Rede sein:

    2000: 59 Tiere von 624 sind 9,5 %
    2001: 55 Tiere von 566 sind 9,7 %
    2002 104
    *Tiere von 894 sind 12,1 %*

    *wenn Jonozovic von 15 % spricht, heißt es, dass 134 Tiere geschossen werden sollen?! Selbst wenn man die Lebendfänge, "Auto- und Zug-Unfälle", sonstige Verluste und unvorhersehbare Konfliktsituationen herausrechnet, sieht es so aus (reguläre Abschüsse):

    2000: 35 Tiere von 624 sind 5,6 %
    2001: 42 Tiere von 566 sind 7,4 %
    2002: 104*Tiere von 894 sind 12,1 %

    *104 war die ursprünglich geplante Quote, warum in der Statistik nur 59 steht, ist mir schleierhaft; auch wenn man eventuell 3 Lebendfänge einplanen kann, kann man doch nicht 24 Konfliktsituationen und 22 sonstige Verluste "planen"!

  4. Kommentar 4:

    Braunbären sind in der Regel scheu. Sie gehen Menschen aus dem Weg, meist lange bevor diese ihre Anwesenheit ahnen. Vor allem Bärinnen mit Jungen sind sehr wachsam. Laut euronatur leben im Nationalpark der Abruzzen, südlich von Rom, etwa 70 Bären. Noch nie sind dort Menschen von Bären angefallen worden. Auch nicht in den spanischen Bärengebieten in Kantabrien und Asturien, wo man ebenfalls noch mit insgesamt 60 bis 80 Bären rechnet.

    Pro Wildlife schreibt in einer Pressemitteilung:

    "Die slowenische Regierung begründet den verantwortungslosen Abschuss mit einer angeblichen Zunahme der von Bären verursachten Schäden. Die Kosten, die Slowenien für Entschädigungszahlungen an Landwirte leisten müsse, seien zu hoch," und weiter: "Nach Angaben von Experten im In- und Ausland sind die Regierungszahlen völlig aus der Luft gegriffen."

  5. Kommentar 5:

    Laut Pro Wildlife war Sloweniens Bärenbestand in den 50er Jahren durch intensive Jagd auf 25 Tiere kollabiert und konnte seitdem nur durch strenge Schutzmaßnahmen, die mit einer halben Millionen Euro von der EU finanziert wurden, aufrechterhalten werden. Die slowenische Regierung hat ein Drittel des Bestandes auslöschen lassen und gleichzeitig EU-Gelder zum Schutz der Bären kassiert. Übrigens sind die Schäden in Höhe von 18,146,990 SIT (Slowenische Tolar) umgerechnet 81.657 EUR.

Schlussbemerkungen:

  • PRO WILDLIFE hat zusammen mit 37 Verbänden weltweit, die gemeinsam mehr als 10 Millionen Bürger repräsentieren, bei der slowenischen Regierung protestiert. Biologin Daniela Freyer von PRO WILDLIFE kritisiert: "Der derzeitige Vernichtungsfeldzug ist unverantwortlich!" PRO WILDLIFE appelliert an den für die EU-Erweiterung zuständigen deutschen Kommissar Günther Verheugen (SPD) und die Bundesregierung, den EU-Beitrittskandidaten Slowenien zur Änderung zu bewegen.

  • Um die Verdopplung der Abschussquote zu rechtfertigen, beruft sich die slowenische Regierung auf immer höhere Bestandsschätzungen. Unabhängige Wissenschaftler gehen allerdings von einem Bestand von 350-400 Tieren aus, wovon etwa 80 Jungtiere sind. Sie befürchten, dass mit dem Abschuss von bisher 111 Tieren bereits ein Drittel der erwachsenen Tiere ausgelöscht wurde.

  • Das Massaker an Braunbären in Slowenien nimmt noch größere Ausmaße an, als bisher angenommen. Statt bislang 50-55 wurden für die Jagdsaison 2002/2003 nun 104 der schätzungsweise nur 320 erwachsenen Tiere für Trophäenjäger zum Abschuss freigegeben. Bisher wurden aber bereits mindestens 111 Tiere getötet und die Saison ist noch nicht zu Ende...


Anhang

Englisch:

Introduction

Commission

Increased Culls

Culled Number

Culled Reason

Deutsch:

Statistiken

Bären

Links/Aktionen

 

Berner Konvention:

Die Ratifizierung der Berner Konvention führte dazu, dass die großen Räuber unter Schutz gestellt wurden und nur noch mit speziellen Genehmigungen geschossen werden durften.

Kommentar Rote Liste

Auszug aus der Roten Liste

  • Anhang 2

    bestimmt über eingeschränkten Handel. Enthält Arten, deren Erhaltungssituation noch eine vorsichtige wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle des Ursprungssstaates zulässt. Für den Handel mit Anhang-II-Arten ist nach dem Übereinkommen jeweils eine Ausfuhrgenehmigung des Ursprungsstaates erforderlich. Die Ausfuhrstaaten können so den Handel kontrollieren und - soweit notwendig - auf eine bestimmte Höchstzahl von Exemplaren begrenzen.

    Aufgelistet in Anhang 2 ist z.B. Ursidae Ursidae spp. (one or more geographically separate populations, subspecies or species of that species or taxon are included in Appendix I and are excluded from Appendix II)

  • Anhang 1

    steht für absolutes Handelsverbot. Enthält von der Ausrottung bedrohte Arten, mit denen Handel praktisch ausgeschlossen ist.

    Aufgeführt als absolut schützenswert sind: Ailuropoda melanoleuca, Ailurus fulgens, Helarctos malayanus, Melursus ursinus, Tremarctos ornatus, Ursus arctos (one or more geographically separate populations, subspecies or species of that species or taxon are included in Appendix II and are excluded from Appendix I.; Populations of Bhutan, China, Mexico and Mongolia), Ursus arctos isabellinus, Ursus thibetanus (also referenced as Selenarctos thibetanus.
Quelle
Original-Text

Marko Jonozovic, BSC Forestry
Head of the Department for Wildlife Slovenia Forest Service
Jože Sterle for the Ministry of Agriculture, Forestry and Food
Mladen Berginc for the Ministry of the Environment,
Spatial Planning and the Energy

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