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auf Deutsch: Protest und Aufforderung
Lieber
Adressat,
nach
meinen Informationen hat sich der Bestand der Braunbären
in den Karpaten (Ursus arctos arctos) wegen
der verantwortungslosen Wildwirtschaft und ungesetzlicher
Jagdmethoden drastisch vermindert. Nach statistischen
Daten hat der größte Bärenstand 1989
in Rumänien gelebt. Er bestand aus 7.780 Exemplaren,
und heute haben wir nur noch 1.800-2.000 Exemplare.
Einige
Personen verwenden bei der Jagd Methoden, die auch nach
den von Rumänien unterschriebenen Umweltschutzabkommen
verboten sind. Durch die „Jagdlobby” verwendete
ungesetzliche und mörderische Methoden schaden
den nationalen Interessen Rumäniens und ausländischen
Beurteilungen.
Wachsende
Korruption im Kreis der Jäger und das materielle
Interesse der Jagdvereine führen zum massenhaften
Abschuss der Bären, bevor Rumänien ein gleichberechtigter
Mitgliedsstaat der Europäischen Union werden könnte.
In kurzer Zeit können wir mit dem partiellen Verschwinden
oder völligem Aussterben des Braunbären in
den Karpaten – auf dem Gebiet Rumäniens –
rechnen.
Ich fordere das Europäische Parlament, die Regierung
Rumäniens und alle kompetenten Institutionen auf,
betreffend der Jagd auf Bären und andere geschützte
Tiere dringend strenge Verfügungen und Maßnahmen
vorzunehmen.
Es ist ein gemeinsames Interesse, die gefährdeten
Tierarten für die folgenden Generationen zu erhalten
und Rumänien – mit seiner reichen biologischen
Artenvielfalt – mit der Europäischen Union
zu verbinden. Um dieses Ziel zu erreichen, bitte ich
die rumänischen und internationalen Medien, das
von der Fundation „Aves” (www.avestours.ro)
initiierte Schutzprogramm zu unterstützen.
Hochachtungsvoll
László Szeley-Szabó
Präsident
Hintergrundinformation
this
text in english
FUNDATION
„AVES” –
STIFTUNG FÜR NATUR- UND UMWELTSCHUTZ
RO–535600 ODERHELLEN
P-TA LIBERTATII 25.
E-MAIL: info@ursusarctos.ro
An
das
Ministerium für Landwirtschafts-, Forst-, Wasserangelegenheiten-
und Umweltschutz, Herrn Minister SÂRBU Ilie
Vorbericht
zum Schutz der Braunbären der rumänischen
Karpaten und der Notwendigkeit der Erstellung eines
neuen Abschussplanes zur Jagdsaison 2003/2004
Durch
übermäßige Jagd und verantwortungslose
Wildbewirtschaftung ist die Bärenpopulation aus
biologischer Sicht auf gefährlich wenige Individuen
gefallen. Deswegen müssen wir in den folgenden
Jahrzehnten in den rumänischen Karpaten mit ihrem
teilweisen oder völligen Verschwinden rechnen.
In
den letzten 3–4 Jahren fiel die rumänische
Bärenpopulation – und damit die Population
des Komitats Harghita mit 60 % – wegen der ungesetzlichen
Methoden des Staatlichen Forstmonopols und des Rumänischen
Staatlichen Jagdverbands.
Aus diesem Grund wurde durch die Fundation „Aves”
eine nationale Kampagne zum Schutz des Braunbären
(Ursus arctos arctos) in den Karpaten begonnen.
Deren erster Teil war die Erforschung der Risikofaktoren,
die zur Bestandsverminderung der rumänischen Braunbärpopulation
führten. Mit konkreten Zahlen können wir nur
für das Komitat Harghita dienen, wo wir unsere
eigene Forschungsmethoden für die Zählung
des Bärenbestands verwendeten. Das Forschungsgebiet
erstreckt sich über ungefähr 100.000 Hektar
und die Ergebnisse können als Muster für die
anderen rumänischen Gebiete, in denen noch Bären
leben, verwendet werden.
-
Nach den amtlichen statistischen Daten betrug der
Bestand der Bären unseres Staates am Ende der
Jahre 1988/89 7.780 Individuen, von denen 1.185
Bären im Komitat Harghita, einem typischen
karpatischen Lebensraum, gelebt haben
-
Die statistischen Daten zeigen uns, dass der Bestand
von 8.000 Bären in einem Jahrzehnt um 31% zurückgegangen
ist
-
und 1997 nur 5.366 Exemplare existierten
Die
statistischen Ergebnisse vom Komitat Harghita sind noch
erschreckender:
-
In zehn Jahren hat der Bärenstand um 48% abgenommen
-
von den 1989 lebenden 1.185 Bären lebten 1997
nur noch 615 Exemplare
-
In den folgenden Jahren war diese Abnahme noch drastischer
-
und
2003 belief sich der Bestand auf 250-260 Exemplare
das sind 935 weniger als 1989
Wie
sind diese amtlich gezählten Bären vom Harghita-Berg
verschwunden, und wer ist schuld daran?
Um
das Versäumnis und die Schuld einiger ungesetzlich
tötender amtlicher und rechtlicher Personen zu
stützen, haben wir die Tätigkeit der fünf
Jagdvereine in unserem Komitat untersucht.
In
allen Jagdrevieren haben wir Situationen gefunden, in
denen die rechtlichen Personen die Jagdgesetze übertreten
haben. In zwei Gebieten sind wir auf groben Missbrauch
der Gesetze gestoßen. Ständige Überschreitung
der Jagdgesetze haben wir bei zwei Einrichtungen gefunden:
1. Das Staatliche Forstmonopol durch die Staatliche
Forstleitung von Miercurea-Ciuc, einem Gebiet, das durch
das Forstamt von Zetea administriert ist
2. Der Landesverband der Jäger von Rumänien
durch den Jagdverein „Târnava Mare”
– in allen von ihm gepachteten Jagdgebieten
Die begangenen Ungesetzlichkeiten sind sowohl für
die nationalen Interessen Rumäniens wie für
das Bild unseres Landes im Ausland schädlich, weil
sie zur Ausrottung des Bärenbestands führen
– mit solch unverschämten Mitteln, die von
den auch von Rumänien unterschriebenen internationalen
Konventionen verboten sind.
Am Mustergelände des Komitats Harghita hat die
Fundation „Aves” folgende auf die Bärenjagd
bezogene Ungesetzlichkeiten bemerkt:
1. Unrealistische Abschusszahlen
2. vergiftete – als Köder benutzte –
Tierkadaver
3. Vergiftung von Haustieren durch für die Anlockung
der für Bären ausgelegten Tierkadaver
4. Benutzung von geschlossenen Anständen für
die Bärenjagd
5. Bärenjagd in Höhlen (Jagd in den Winterquartieren)
6. Verantwortungslose ungesetzliche Wildwirtschaft
7. Die ungenügende Fachbildung der Jagdhüter
(insgesamt nur 30 Tage Fachausbildung)
8. Wilderei
9. Abschlachten der trächtigen Muttertiere, im
Herbst oder im Frühling, während die kleinen
Bärenjungen in der Höhle sind
10. Gefangennahme von jungen Bären zur illegalen
Haltung
Wegen der für die Eingabe zur Verfügung stehenden
kurzen Zeit fassen wir nur die Tatsachen des ersten
Punktes zusammen. Die anderen Ungesetzlichkeiten werden
wir in einer zukünftigen Meldung analysieren.
Unrealistische
Abschusszahlen
Anhand
der Analyse der bewilligten Abschusszahlen der Verordnung
des Ministeriums für Landwirtschafts-, Forst-,
Wasserangelegenheiten und Umweltschutz – Nummer:
668/11, September 2003 – kann man deutlich zeigen,
dass die Zahlen der Bären unrealistisch sind, weil
die Daten wegen der persönlichen Interessen der
Jäger viel höher als die normalen Abschusszahlen
sind
Für die Jagdsaison 2003/2004 wurde im Komitat Harghita
der Abschuss von 74 Bären bewilligt, das bedeutet
38% des jetzt im Komitat lebenden Bestands, der 250
Exemplare zählt. Betrachtet man die Bewilligung
von 10 Bären für den Jagverein „Târnava
Mare” und 29 Bären für die Forstleitung
von Miercurea-Ciuc, kann man feststellen, dass diese
Zahlen viel größer sind, als von der gesetzlichen
optimalen Abschusszahl vorgeschrieben.
Nach dem geltenden Gesetz darf man einen von zehn Bären
abschießen. Um die Abschussquoten festzulegen,
sollen die Jagdhüter die in den Winterrevieren
lebenden Bären zahlen. Diese Zahl teilt man durch
10, denn das Lebensalter des Bären, die erschossen
werden können, soll minimal 10 Jahren sein. Das
Ergebnis ist die Abschussquote: Im Komitat Harghita
sollten das nicht 74, sondern 25 sein!
Die Jagdhüter haben die im Gebiet lebenden Bären
nicht gezählt. Das zeigen die offiziellen Tagebücher
und Protokolle, und die Leitung hat – ohne Daten
der Geländeerhebung pünktlich abzuliefern
– einen intellektuellen Schwindel durch die Überschätzung
des Bärenbestands begangen. Der Effektivbestand
der Bären wurde im Büro „festgestellt”
und auf Grund von Beobachtungen, die man nicht in den
Winterrevieren gesammelt hat.
Die Bären wurden auch in lediglich von ihnen durchwanderten
Gebieten registriert, die keine für sie charakteristischen
Lebensräume darstellen. Nach Nahrung suchend kann
ein Bär in einer Nacht 15–20 km zurücklegen,
und Jagdhüter, die seine Fährten bemerken,
registrieren ihn mehrmals – im Hügelland
fast dreimal – um auf höhere Abschusszahlen
zu kommen.
Nach
der Analyse der aufgrund der oberflächlichen Schätzung
bewilligten Abschusszahlen haben wir festgestellt, dass
die Jagdhüter Bären auch dort registrierten,
wo sie gar nicht leben, aber sie werden dann dort abgeschossen,
wo sie tatsächlich vorkommen.
Diese ungesetzliche Methode hat ihren Ursprung in persönlichen
und materiellen Interessen zur Erzielung finanzieller
Gewinne aus dem Abschuss von Bären: Ein Bär
"kostet" 7.000 Euro, also haben die im Komitat
für den Abschuss freigegebenen 74 Bären einen
"Wert" von 500.000 Euro, der mit den anderen
Jagdgebühren zusammen 2.000.000 Euro erreicht.
Diese hohe Summe zeigt uns konkret die Höhe dieser
Korruption unter den rechtlichen Personen, die sich
mit der Jagd professionell beschäftigen.
Nach unserer eigenen Zählung beträgt die Zahl
der Bären, die man auf dem Gelände des Jagdvereins
„Târnava Mare” abschießen darf,
1–2 Exemplare und auf dem von der Staatlichen
Forstleitung „Miercurea Ciuc” bewirtschafteten
Gebiete müssten es 7–8 Exemplare sein. Die
Differenz zwischen den zwei Abschusszahlen wurde ungesetzlich
bewilligt.
Die Forschungen der Fundation „Aves” haben
gezeigt: In diesem Fall ist nicht nur das Ministerium
schuldig, sondern auch die korrupten Personen unseres
Komitats, die auf direkte Weise für die Schätzung
des Effektivbestands der Bären verantwortlich sind
und die Anträge der Jäger fürs Ministerium
vorlegen. Diese Anträge haben im Ministerium vorgelegen,
ohne auf Glaubwürdigkeit der Komitatsämter
kontrolliert zu werden.
Für
diesen Schwindel und für das ungesetzliche Abschießen
der Bären sind folgende Personen verantwortlich:
-
die Präsidenten und Direktoren einiger Jagdvereine
-
der
Präsident des Landesverbands der Jäger
von Rumänien
-
die Direktoren einiger Forstämter
-
der Direktor der Forstleitung von Miercurea Ciuc
-
die Leitung des Staatlichen Forstmonopols
-
das Forst- und Jagdinspektorat des Komitats Harghita
– genau dieses Organ soll die Einhaltung der
Jagdgesetze kontrollieren
Aus dem obigen Grunde bitten wir Sie höflichst,
dringend neue Maßnahmen zum Schutz der Bärenbestände
anzuordnen und die Schuldigen zu identifizieren. Wenn
ihre Schuld nachgewiesen wird, bitten wir, dass sie
ihrer jetzigen Ämter enthoben und vor Gericht gestellt
werden – mit der Anklage: Korruption und Missbrauch.
Allein im Komitat Harghita können diese Leute in
der Jagdsaison 2003/2004 durch ungesetzlichen Abschuss
der Bären den rumänischen Staat um 400.000
Euro schädigen.
Wenn diese Personen, die für abgeschossene Tiere
– die nach den europäischen, von Rumänien
auch untergeschriebenen Gesetzen geschützt sind
– verantwortlich sind, nicht gerichtlich belangt
werden, wenden wir uns an das Europäische Parlament
und unsere Stiftung wird die rumänischen und ausländischen
Medien und Umweltschutzorganisationen informieren.
Oderhellen,
am 25. November 2003
Hochachtungsvoll
László
Szeley-Szabó
Präsident |