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Maulwürfe
gehören zur Ordnung Insectivora (Insektenfresser) - und sind
keine Nagetiere.
Kaum
ein anderes Tier wird so unterschiedlich im Hinblick auf Nutzen
und Schaden beurteilt wie der Maulwurf
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Zur
"Tiere-in-der-Kunst"-Liste
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Der
Maulwurf ist in ganz Europa mit Ausnahme einiger Gebiete im Mittelmeerraum,
in Nordskandinavien sowie in Nord- und Südrussland verbreitet. Er
bevorzugt lockeren, fruchtbaren und humosen Boden in Gärten, Wiesen,
Weiden und Kulturflächen mit einem erreichbaren Grundwasserstand
in 0,5-2 m Tiefe.
Unterfamilien
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der
Spitzmulle in Asien
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der
europäischen Bisamspitzmäuse
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der
altweltlichen Erdmaulwürfe
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der
nordamerikanischen Maulwürfe in Nordamerika und Ostasien
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die
Sternmulle in Nordamerika
-
und
der europäische Maulwurf (Talpa europaea).
Nur
namensverwandt:
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Maulwurfsratten
sind Sandgräber
-
Maulwurfsgrillen (Erdkrebse, Werre), Gryllotalpa gryllotalpa
sind unterirdisch lebende Grillen, etwa 4 cm lang. Sie haben
schaufelförmige Vorderbeine
Bis
zum 19. Jahrhundert galt dieser samtfellige Insektenfresser wie
alle bodenbewohnenden Tiere als schädlich. Bis in die jüngste Zeit
hinein glaubte man, dass er neben tierlicher auch pflanzliche Nahrung
aufnimmt, was inzwischen als irrig festgestellt wurde. |
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Soziales
Verhalten und Fortpflanzung
In
der Regel leben Maulwürfe als Einzelgänger. Nur in der Zeit von
Ende Februar bis Anfang Juni, wenn das Weibchen brünstig wird, paaren
sie sich. Nach 11 Monaten sind Maulwürfe geschlechtsreif. Freilebende
Maulwürfe werden kaum älter als 3 Jahre.
Die
Weibchen sind nur während einer Periode von 30 h paarungsbereit.
Kommt das Männchen zur unrechten Zeit, wird es durch Fauchen
fortgejagt. Gelegentlich werden auch heftige Kämpfe zwischen Rivalen
beobachtet. Nur
einmal im Jahr wirft das Weibchen nach einer Tragzeit von 25 Tagen
3-4 weißlich gefärbte Junge. Der
Nachwuchs wächst sehr rasch, bei der Geburt sind es gerade
mal 3,5 g Maulwürfchen, bereits nach 3 Wochen schon 60 g.
Lebensweise
Ungefähr alle 3 bis 4 Stunden oder angelockt durch besondere Geräusche,
durchsucht der Maulwurf seine Gänge und versucht, die eingedrungenen
Tiere zu erbeuten. Gelegentlich fallen ihm dabei
Wühlmäuse, ja sogar Schlangen
zum Opfer.
Aber
er gräbt auch aktiv nach Nahrung, besonders im Winter, wenn die
Bewegung der Bodentiere eingeschränkt ist und viele Tiere als Ei
oder Puppe im Boden ruhen. Unser
europäischer Maulwurf hat sich hervorragend an seinen sandig bis
lehmigen Lebensraum angepasst.
Die
Vorderbeine sind zu mächtigen Grabeschaufeln umgewandelt, der walzenförmige
Körper bleibt dabei äußerst gelenkig, so dass er in der Lage ist,
sich per Rückwärtsrolle im engen Gang zu drehen, um anschließend
wie ein Bulldozer das zuvor nach hinten geschaufelte Erdreich zum
Ausgang in Richtung des nächstgelegenen Maulwurfhaufens zu befördern.
Die
Sinnesorgane - verkümmert UND hervorragend entwickelt
Das
Leben fast ausschließlich in tiefer Dunkelheit hat die Augen zu
stecknadelkopfkleinen sehschwachen Organen reduziert, während sich
die rosarote Schnauze, rüsselartig verlängert, zu einem hervorragenden
Riech- und Tastorgan entwickelt hat, das an Sensibilität kaum noch
zu übertreffen ist.
Das nur dürftig behaarte kurze Schwänzchen dient quasi als rückwärtiger
Blindenstock, über den sich der Maulwurf genauestens darüber informiert,
was hinter seinem Rücken passiert.
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| Literatur |
Gedicht
über den Maulwurf
Der
Maulwurf ist nicht blind, gegeben hat ihm nur
ein kleines Auge, wie ers brauchet, die Natur;
mit welchem er wird sehn so weit er es bedarf
im unterirdischen Palast, den er entwarf;
und Staub ins Auge wird ihm desto minder fallen,
wenn wühlend er emporwirft die gewölbten Hallen.
Den
Regenwurm, den er mit anderen Sinnen sucht,
braucht er nicht zu erspähn, nicht schnell ist dessen Flucht.
Und wird in warmer Nacht er aus dem Boden steigen,
auch seinem Augenstern wird sich der Himmel zeigen,
und ohne daß ers weiß, nimmt er mit sich hernieder
auch einen Strahl und wühlt im Dunkeln wieder.
Friedrich
Rückert (1788-1866)
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Buchtipp:
Das Hauptwerk Friedrich Rückerts
Der Name Friedrich Rückert (1788-1866) ist heute oft
nur durch die Vertonung seiner "Kindertodtenlieder"
durch Gustav Mahler ein Begriff. Dabei galt er seinerzeit
als der bedeutendste Lyriker deutscher Sprache. Bekannt war
er auch als Gelehrter und Übersetzer nah- und fernöstlicher
Lyrik. Er ist eine der erstaunlichsten Gestalten der deutschen
Geistesgeschichte. Das Hauptwerk (Die Weisheit des Brahmanen,
2 Bände) von Rückert ist in einer ungekürzten,
historisch-kritischen Ausgabe erschienen.
Gebundene
Ausgabe - 1115 Seiten
Wallstein, November 1998
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Wohnort
- Das Gangsystem
Hat
der Maulwurf erst einmal sein Mindestgangsystem inklusive der Belüftung,
der Wohnung sowie seiner
Speisekammern angelegt, gräbt er nur das Nötigste, um seinen
allerdings gewaltigen Hunger zu stillen.
Der Maulwurf gräbt sein Gangsystem in ähnlicher Absicht wie eine
Spinne ein Netz spinnt. In sein Labyrinth geraten vor allem Bodeninsekten
und Regenwürmer bei ihrer täglichen Wanderung durch verschiedene
Bodenhorizonte.
Mit
seinem dichten und kurzen Fell ohne Strich verdichtet und glättet
er die Wände der unterirdischen Gänge. Die Tiere, die sich in seinem
Gangsystem verirrt haben, können deshalb nicht so rasch entweichen.
In seinen Gängen greift er nahezu alle Tiere an, die sich dort bewegen.
Nahrung
Täglich
verzehrt der Maulwurf an Nahrung etwa die Hälfte seines eigenen
Gewichtes. Es besteht heute weitgehend Übereinstimmung darin, dass
der Maulwurf nur tierliche Kost verwertet. Pflanzenteile
werden nur zufällig, z.B. beim Graben oder beim Verzehr der Beute
mit aufgenommen.
Speisekammer
Bemerkenswert
ist seine Bevorratung mit Würmern vor allem in den Winter- und Frühjahrsmonaten
in extra dazu angelegten Speisekammern. Dort stapelt er mitunter
mehrere hundert Regenwürmer, nachdem er diesen zuvor den Kopf sowie
die ersten Körpersegmente abgebissen hat. Ohne Gehirn sind die Tiere
dann orientierungslos. Das fehlende Vorderende verhindert aber auch
jegliches Eingraben der Würmer, denen somit die Flucht vor ihrem
Räuber unmöglich gemacht wird.
Neben
Regenwürmern verzehrt der Maulwurf auch viele "schädliche"
Bodentiere, wie z. B. Engerlinge. Von Forstverwaltungen wurde
daher mehrfach der Versuch unternommen, ihn in Baumschulen und Anpflanzungen,
die unter Engerlingen stark zu leiden hatten, einzubürgern. Der
Erfolg dieser Aktionen blieb jedoch zweifelhaft.
In den vorwiegend sandigen Böden, in denen seine Gänge zusammenfielen,
hat sich der Maulwurf nicht wohl gefühlt. Er ging zugrunde oder
wanderte in geeignetere Reviere aus. |
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Maulwurf-
Linktipps
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Tierschutzverein
lässt OBI-Spot prüfen
Der
Deutsche Tierschutzverein hat einen aktuellen Fernsehspot von OBI
kritisiert und die Baumarktkette zur Stellungnahme aufgefordert.
In dem Commercial ist ein Mann zu sehen, der mit einem Laubsauger
Maulwürfe aus ihren Hügeln bläst. Durch eine Überprüfung
soll sichergestellt werden, ob wirklich Tiere zu Tode gekommen sind.
Quelle:
HORIZONT.net, mas. 9. September 2004
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