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Schlangen im Christentum:
Die Paradiesschlange
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Verführerin |
Rosenstolz-Schlange
...
Es kann nicht nur die Schlange sein
der man niemals traut
kann nicht ihre Schuld sein
nicht ihre glatte Haut
sie lädt Dich in ihr Nest hinein
sie zieht Dich gierig aus
kann nicht ihre Schuld sein
nicht ihre glatte Haut
Du sagst es war mein Schlangenbiss
der Dein Leid enttarnt
doch Beute muss nicht Opfer sein
und ich hab Dich gewarnt
...
(Auszug aus dem Lied
"Schlange" von Rosenstolz, Album Zucker)
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| Version
1
|
Adam
und Eva
Von
allen Früchten dürfen Adam und Eva im Paradies essen, nur nicht
von denen, die am Baum der Erkenntnis wachsen. Bei Zuwiderhandlung
droht ihnen der Tod.
Trotzdem gelingt es
der listigen Schlange, Eva zu überreden, von der verbotenen Frucht
zu essen. Eva wiederum führt Adam in Versuchung. Die erste Erkenntnis,
die ihnen daraufhin zuteil wird, ist, dass sie nackt sind. Gleichzeitig
haben sie ihre Unsterblichkeit verloren. Als Gott das erste Menschenpaar
zur Rechenschaft zieht, will keiner verantwortlich sein. Adam gibt
Eva die Schuld, Eva schiebt es auf die Schlange und diese schweigt
dazu.
Gott verflucht daraufhin
alle drei. Eva straft er mit den Schmerzen, die sie fortan bei jeder
Geburt haben wird und mit der Knechtschaft unter dem Mann. Adam
straft er mit der Erfindung des Unkrauts, das ihm die Feldarbeit
zur schweißtreibenden Plage machen soll. Bevor sich Adam und Eva
noch am Baum des Lebens vergreifen können, verbannt er die beiden
aus dem Paradies.
Zwischen Evas Nachkommen
und denen der Schlange, der die Menschheit ihre Fähigkeit zur Erkenntnis
verdankt, lässt Gott ewige Feindschaft entstehen. Die Schlange
soll fortan auf dem Bauch kriechen und Staub fressen.
- Folglich muss
sie zuvor Beine gehabt haben oder als senkrechter Strich durch
die Landschaft gehüpft sein. Nach einer sagenhaften Überlieferung
sollen bei Schlangen die Rudimente dieser ehemaligen Beine noch
unter der Haut sichtbar sein.
- Die
üblichen Abbildungen der Paradiesschlange, auf denen sie sich
in ihrer heutigen Gestalt um den Baum der Erkenntnis windet, sind
also logisch nicht ganz korrekt.
- Einige gnostische
Sekten verehrten sowohl Eva als auch die Schlange wegen ihrer
Bemühungen um die Menschheit. Und viele gnostische Traditionen
setzten die Schlange mit Jesus gleich. Zur
"alternativen" Adam-und-Eva-Geschiche
|
| Vor
dem Christentum:

Schlangengöttin |
Die Schlange als
Symbol von Lebenskraft, Fruchtbarkeit und der Inbegriff der Verehrung
des Lebens auf dieser Erde. Die alterslose Schlange wurde ursprünglich
mit der Großen Göttin selbst gleichgesetzt.
Einst war die Schlange vielen Völkern
heilig
- Die Griechen nannten
die abgelegte Haut der Schlange geras, "Altersschwäche"
-
Die
Chinesen stellten sich die Auferstehung vor wie eine Person,
die ihre alte Haut aufschlitzt und, der Schlange gleich, als
Jugendliche daraus hervorgeht
-
Die
Melanesier sagen, "die Haut abzustreifen" bedeutet
ewiges Leben
-
In
dem italienischen Ausdruck "aver piu anni d'un serpente"
(älter sein als eine Schlange) sind ewiges Leben und Schlangendasein
immer noch miteinander verbunden
-
"Schlange
des Nils" war nicht nur der Titel Kleopatras, sondern auch
aller anderen ägyptischen Königinnen
Die
alte ägäische Welt verehrte in erster Linie Frauen und Schlangen.
Bis zum Ende der Bronzezeit durften Männer an den religiösen Zeremonien
nicht teilnehmen. Allmählich machten sich aber die dominatorischen
Eroberer breit und es entstanden in verschiedenen Gegenden auch
deren männliche Gottheiten.
Auf
babylonischen Walzensiegeln ist dargestellt, wie die "Herrin
der Schlangen" über ihrem Gemahl, dem Gott Pazuzu, ("Der
mit dem Schlangenpenis") hockt. Als Herr des Todes opferte
er sich selbst, um von der Göttin verschlungen zu werden. Das Bild
von der männlichen Schlangengottheit, die von der weiblichen umschlossen
und verschlungen wird, ließ eine sonderbare Vorstellung vom Sexualleben
der Schlangen aufkommen; sie wurde von Plinius geschildert und noch
bis ins 20. Jahrhundert auch in Europa ernsthaft geglaubt:
das
Schlangenmännchen sollte seinen Kopf in das Maul seiner Partnerin
stecken und sich von ihr auffressen lassen. Die männliche Schlangengottheit
wurde zum phallischen Gatten der Großen Mutter, manchmal galt er
als "Vater" der Menschheitsvölker, weil er der ursprüngliche
Gefährte der Mutter war. In manchen Mythen war er nicht mehr als
ein lebendiger Phallus, den sie sich zu ihrem sexuellen Vergnügen
geschaffen hatte. Als dieser Schlangen-Schöpfer sich in seiner Überheblichkeit
zu der Behauptung verstieg, das Universum allein geschaffen zu haben,
bestrafte ihn die Göttin, indem sie ihn mit der Ferse zermalmte
und ihn in die Unterwelt verbannte.
Zu
Seite "Die Schlange in verschiedenen Religionen"
|
| Was
Kirchen-Männer aus dem alten Mythos machten... |
Auf dieser Version
des Schöpfungsmythos gründeten die Juden ihre Meinung, dass Evas
Nachkommenschaft der Schlange den Kopf zertritt. Auf ihr beruhte
auch die rabbinische Ansicht, die Schlange sei der erste Geliebte
der Eva und der wahre Vater des Kain gewesen.
Tatsächlich
wurde die Schlange in Palästina schon verehrt, lange bevor es den
Jahwe-Kult gab. Die frühen Hebräer übernahmen den Kult des zu ihrer
Zeit überall verehrten Schlangengottes; die Angehörigen des jüdischen
Priesterstammes der Leviten nannten sich "Söhne der großen
Schlange Leviathan".
Der Leviathan ("Der sich
Windende") wurde gemeinsam mit seiner Göttin, der Mondin verehrt. Die
Schlangenverehrung wurde auch später noch in Israel fortgesetzt.
Jüdische Münzen aus dem ersten und zweiten Jahrhundert v. Chr. zeigen
Jehova als Schlangengott.
In vielen gnostischen Schriften
wird die Schlange des Paradieses dafür gepriesen, dass sie der Menschheit
gegen den Willen eines tyrannischen Männer-Gottes, der die Menschen
in Unwissenheit halten wollte, das "Licht" des Wissens
gebracht hat.
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| Version
2
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Adam
und Eva

Das gnostische Evangelium Hypostase
der Archonten heißt übersetzt "Wirklichkeit der Herrscher"
und wurde um das 3. Jahrhundert n. Chr. geschrieben. Es enthält
eine alternative Version des Mythos von Adam und Eva.
Die Hypostase der Archonten
offenbart, dass die Schlange ein Totem (tierisches,
pflanzliches Wesen oder Gegenstand, als zaubermächtiger Helfer verehrt,
darf nicht getötet oder verletzt werden) der Göttin war. Diese
hatte offenbar Mitleid mit ihrer schicksalsgeschlagenen Kreatur
und unterrichtete sie, wie ewiges Leben zu gewinnen sei. Die Schlange
wollte auch die Menschen an ihrem Wissen teilnehmen lassen.
Und in dem Evangelium heißt
es weiter: "Das weibliche Prinzip der Spiritualität kam von
der Schlange, der Unterweiserin, und sie lehrte Eva und sprach:
Ihr werdet nicht sterben, denn es war aus Eifersucht, was er (der
tyrannische Gott) euch da sagte. Im
Gegenteil werden eure Augen geöffnet werden und ihr werdet den Göttern
gleich werden und Gut und Böse unterscheiden." Und
daraufhin verfluchte Gott die Schlange und die Frau. |
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