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Achtung,
der geplante Bau eines neuen Delfinariums
auf Rügen muss verhindert werden!
Mehr
als 20 Tierschutz-, Tierrechts- und Umweltorganisationen fordern
die Untersagung der Betriebsgenehmigung für das geplante Delfinarium
auf Rügen sowie eine Untersagung der Einfuhrgenehmigung lebender
Delfine zur kommerziellen Nutzung. Die Pläne sind ethisch bedenklich
und juristisch fragwürdig...
Überwiegende
Mehrheit fordert: Kein Delfinknast auf Rügen!
Linktipp:
Protest-E-Mail
bei WDCS an an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Ministerpräsident
Dr. Harald Ringstorff, Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet
80% der Besucher von Glowe gegen den Neubau
eines Delfinariums auf Rügen
Vertreter
der Natur- und Tierschutzorganisationen WDCS, Naturschutzbund NABU,
PETA, Delfinbefreier, TIRM e.V.,
Meer e.V., BUND, von des B 90/DIE GRÜNEN und Urlaubsranger
des AVR Familyclubs Göhren erkundeten am Freitag, dem 21.07.2006,
in der Zeit von 12 Uhr bis 15:30 Uhr während eines informativen
Strandspazierganges die Position der Gäste der Gemeinde Glowe
zum geplanten Neubau eines Delfinariums in diesem Urlaubsort. Ausgerüstet
mit Informationsmaterial diskutierten sie mit rund 550 Strandbesuchern
über die gravierenden Probleme bei der Delfingefangenschaftshaltung
in unseren Breiten, speziell in Deutschland und erfragten die Meinung
der Touristen.
Es
stellte sich heraus, dass sich 82,4% der Besucher gegen den Bau
des Delfinariums aussprechen. Nachdem eine wissenschaftlich begründete
Stellungnahme von mehr als 20 Natur- und Tierschutzverbänden
gegen den Bau eines neuen Delfinariums zu keiner öffentlichen
Positionierung geführt hat, werden nun erneut die politischen
Entscheidungsträger aufgefordert, ihre Position zu bedenken,
Alternativen zu unterstützen und sich öffentlich von dem
Vorhaben der Delfinhaltung zu distanzieren.
Die
Unterschriften werden am 28. August 2006 im Rahmen
der ersten Sitzung des Rügener Kreistages nach der Sommerpause
offiziell an die Präsidentin des Kreistages, Gisela Lemke und
die Landrätin des Landkreises Rügen, Kerstin Kassner,
übergeben.
Rügen,
24. Juli 2006. Pressemitteilung der WDCS
und des Naturschutzbund NABU Rügen
"Jenen,
die Tourismus mit Meeressäugern auf Rügen möchten,
empfiehlt Insula Rugia, sich für die Wiederansiedlung der ehemals
heimischen Ostseekegelrobben zu verwenden."
Kommentar:
Warum dies ein Dorn im Auge der Tierausbeuter und deren Lobbyisten
ist, dürfte klar sein. So wie der Jäger keine Beutegreifer
in seinem Revier möchte, möchte natürlich auch kein
Fischer Robben als Konkurrenten - will man den Fisch doch ganz für
sich alleine haben...
Der
Verband Insula Rugia unterstützt die Stellungnahme der 20 Verbände
zum Delfinarium auf Rügen.
Darin heißt es unter anderem zum Offenen Brief des Tourismusvereins
Glowe, welcher Bundeskanzlerin Merkel auffordert, die "notwendige
wirtschaftliche Entwicklung" schwerer zu gewichten als Aspekte
des Tier- und Artenschutzes: "Dieser Standpunkt steht im deutlichen
Widerspruch zum derzeitigen Politikverständnis der deutschen
Bundesregierung, nach dem beide Aspekte gleichrangig zu berücksichtigen
sind.
Vor
diesem Hintergrund halten wir Pläne zum Neubau eines Delfinariums
auf Rügen für ethisch bedenklich und juristisch fragwürdig.
Entgegen einem lang anhaltenden Trend, in dem in Deutschland
fünf der neun und in England gar alle der über 30 Delfinarien
geschlossen wurden, zeichnet sich in den letzten Jahren
der Versuch einer moralischen Legitimierung der Haltung von international
streng geschützten Delfinen durch die so genannte Delfintherapie
ab. Nachdem in Europa eine nachhaltige Zucht von Delfinen in Gefangenschaft
nicht realisiert werden konnte, suchen die Delfinarien-Betreiber
nun nach einer Rechtfertigung ihres Geschäftsmodells. Derzeit
gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Hinweis oder Beleg dafür,
dass die Tiertherapie mit Delfinen erfolgreicher ist als mit domestizierten
Tieren.
Aus diesen Gründen wird sich Insula Rugia für die Untersagung
der Einfuhrgenehmigung lebender Delfine zur kommerziellen Nutzung
auf Rügen einsetzen, kündigt Dr. Hans-Dieter Knapp an:
"Es ist unglaublich, für welch unsinnige Projekte unsere
Insel immer wieder herhalten soll. Rügen als Tummelplatz für
Großprojekte, die anderswo aus berechtigten Gründen abgewiesen
wurden? Dafür ist Rügen wahrlich zu schade," so der
Vorsitzende des Verbandes. Um
Zielkonflikte dieser Art zu mindern und zwischen den drei Säulen
der Nachhaltigkeit "Ökonomie, Ökologie und Sozialem"
ausgleichend wirken zu können, warb Insula Rugia seinerzeit
für das regionale Entwicklungsinstrument "Naturpark".
"Mit
den Schlagzeilen um ein zurecht europaweit verpöntes Delfinarium
erreichten die Glower zunächst wohl kaum den angemahnten 'Schub,
um das Image der Insel Rügen wieder aufzubessern'."
Kommentar:
Eine klassische "Milchmädchen-Rechnung", die nicht
aufgeht. Wegen angeblicher 280 Arbeitsplätze, die der neue
Delfinpark zur Verfügung zu stellen verspricht, wird wohl schnell
die Ethik über Bord geworfen. Leider auch der Verstand, denn
überall werden gerade Delfinarien geschlossen (!) und dies
nicht aus ethischen, sondern wirtschaftlichen Gründen.
Robby
und Robben statt toter Vögel und gequälter Delfine
Für die These des Glower Tourismusvereins, ein Delfinzirkus
bedeute eine "wirksame Ergänzung maritimer Themenbereiche",
werden die Verfasser keine Unterstützung aus Richtung wissenschaftlicher
Einrichtungen wie dem Stralsunder Meeresmuseum bekommen. Auch dort
sieht man sich selbstverständlich dem Tier- und Artenschutz
verpflichtet. Dass die Behauptung, es würden von Biologen,
Medizinern und Tierschützern "Probleme hochgespielt, die
keine sind," von den Touristikern nicht begründetet wird,
spricht für sich. Und mit dem an ethischer Unbedarftheit schwer
zu überbietenden Satz "Wir stehen auf dem Standpunkt,
dass im Vordergrund allen Handelns stets der Mensch und sein existenzielles
Lebensniveau zu stehen hat," disqualifizieren sich die Verfasser
weitgehend als verantwortungsvoll handelnde Subjekte.
Weder wird bestritten, dass in einem Delfinarium hochentwickelte
Säugetiere leiden, noch wird behauptet, eine Delfintherapie
werde autistischen oder neurotischen Kindern helfen. [...] "Wenn
es auf und um Rügen Meeressäuger geben soll, dann müssen
es die ehemals heimischen Kegelrobben sein," meint Edith Lampert,
Sprecherin der Rügener Bündnisgrünen. Sie würden
ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal Rügens im gesamten südlichen
Ostseeraum bedeuten, das überdies bereits seit langer Zeit
im Fernsehen beworben wird.
"Schlimm genug, dass wir mit dem Etikettenschwindel leben müssen,
zwar Robby zu haben, aber keine Robben," so Lampert. Möglicherweise
wird die Nature Project GmbH in ein naturnahes Projekt investieren
wollen, das Menschen nützt und Tieren nicht schadet.
1974
schwamm Dr. Horace Dobbs zusammen mit einem wilden Delfin im Meer.
Diese Begegnung hatte bedeutende Folgen. Er gründete eine Organisation,
die das Leben der Delfine erforscht. Ende der 80er Jahre brachte
Dr. Dobbs einen Mann, der seit Jahren an Depressionen litt, mit
dem Delfin Simo zusammen.
Zuschrift
einer tierdach-Besucherin
"Die Delfin-Therapie beruht auf Motivation der Kinder, die
im Lernen oft etwas zurück bleiben. Bei der Delfin-Therapie
wird zunächst eine Bekanntschaft geknüpft zwischen Tier
und Mensch in dem sich das Kind an das Becken setzt und der Delfin
die Füße leicht berührt. Das alleine beruhigt die
Kinder etwas. Im nachhinein werden den Kindern Aufgaben gestellt,
die der Altersstufe angehörten und sobald sie diese Aufgaben
richtig beantworten dürfen sie zu den Delfinen ins Wasser.
Dadurch lernen sie besser und motivierter. Es macht ihnen Spaß
mit den Delfinen zu lernen und kann zu Fortschritten führen.
Entwickelt wurde die Therapie von Dr. David Nathanson." Vielen
Dank an Franziska Ullmann.
Delfin-Camps
Die
"Delfin-Camps" sind seit 1999 ein in Deutschland neuer
Ansatz, Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren die Problematik des
Umwelt- und Tierschutzes näher zu bringen. Dieses Ziel soll
erreicht werden, indem frei lebende Delfine in ihrer natürlichen
Umgebung erlebt werden können. Parallel dazu werden Workshops
zu allen interessanten Aspekten zum Thema "Delfin" angeboten,
damit sich die Teilnehmer ein breites Hintergrundwissen aneignen
können.
Linktipp: www.delphinius.de
Schwimmen
mit gefangenen Walen und Delfinen - Delfintherapie
Die
WDCS ist zunehmend besorgt über die steigende Zahl der sogenannten
"Dolphin Assisted Therapy" (DAT) Programme, die vor allem
in den Vereinigten Staaten, in Lateinamerika und anderswo mit Delfinen
in Gefangenschaft durchgeführt werden. Es werden zur Zeit Details
von existierenden und vorgeschlagenen DAT Programmen ermittelt und
geprüft, ob der "Nutzen" solcher Programme - von
Patienten, die eine derartige Therapie angewandt haben, oder in
deren Namen festgestellt - den Nutzen von weniger kontroversiellen
Interaktionen mit Haustieren, Pferden und anderen domestizierten
Tieren übertrifft. Die
WDCS ist der Ansicht, dass die Argumente gegen die Gefangenschaftshaltung
von Walen und Delfinen derart überzeugend und gravierend sind,
um daher jeglichen Vorschlag, die Tiere in Gefangenschaft zu halten,
abzulehnen.
Die
WDCS hat eine ganze Reihe von wohlbegründeten Bedenken gegenüber
Interaktionen zwischen Menschen und Delfinen in Gefangenschaft.
Diese Bedenken, die sich sowohl auf das Wohl von Menschen als auch
auf jenes der Delfine beziehen, gelten ebenfalls für die als
"Dolphin Assisted Therapy" bezeichneten Programme.
Sie
beinhalten das Wohl der Tiere das Risiko von gegen Menschen gerichteten
aggressivem Verhalten die Möglichkeit der Übertragung
von Krankheiten von Menschen auf Delfine und umgekehrt die Tatsache,
dass Delfine zu Interaktionen mit Menschen gezwungen werden könnten
und die Tatsache, dass für viele der DAT-Programme und andere
Interaktionen Delfine aus freier Wildbahn entnommen werden. Sie
werden tausende Kilometer transportiert, um in Gefangenschaft ein
erbärmliches Dasein zu fristen - unter Bedingungen, die jenen
in freier Wildbahn in keinem Fall gleichzusetzen sind.
Delfine
sind große und starke Tiere, die an die Bedingungen im Meer
angepasst sind. Werden sie in beengtem Raum gehalten und zu Interaktionen
mit Menschen gezwungen (durch Konditionierung), so kann es zu aggressivem
Verhalten mit ernsten Konsequenzen kommen. Eine
von der WDCS kürzlich durchgeführte Studie über Interaktionen
zwischen Delfinen und Besuchern in Meeresparks in Amerika listet
mehrere Vorfälle von aggressivem Verhalten von Delfinen gegenüber
Besuchern, die sich z.B. in Drohgebärden, Bissen und Stößen
äußerten. Auch
lassen die Ergebnisse der Studie Besorgnis über eine mögliche
Übertragung von Krankheiten zwischen Menschen und Delfinen
aufkommen.
Es
existieren nur unzureichende regulierende Maßnahmen für
Interaktionen zwischen Menschen und gefangenen Delfinen. Die WDCS
richtet ihre Besorgnis und Hinweise auf Gefahren solcher Interaktionen
an betroffene Regierungen und andere Stellen, die mit möglichen
Konsequenzen dieser Interaktionen für Menschen und Delfine
konfrontiert werden.