afp, 23.8.02:
 
Tierschützer protestieren gegen neues Stierkampfgesetz

Lissabon (AP) Tierschützer aus 13 Staaten wollen gegen ein neues
Gesetz protestieren, nach dem in Portugal künftig das Töten von
Stieren während eines Stierkampfes erlaubt ist. Wie Miguel Moutinho
vom Tierschutzverein ANIMAL am Freitag erklärte, haben für
kommenden Donnerstag Aktivisten aus zehn europäischen Ländern, den
USA, Israel und Brasilien Demonstrationen vor den portugiesischen
Botschaften und Konsulaten in ihren Ländern angekündigt.
Im Juli hatte das portugiesische Parlament ein Gesetz
verabschiedet, das in Ausnahmefällen das Töten von Stieren während
des Stierkampfes erlaubt. Dies gilt dann, wenn in der betroffenen
Stadt der Stierkampf eine Tradition von mindestens 50 Jahren hat.
Seit 1928 mussten die vom Kampf geschwächten Tiere anschließend
professionell geschlachtet werden. Über das Verbot hatten sich
jedoch zahlreiche Städte hinweggesetzt.
Der erste Stier soll am Donnerstag in der Stadt Barrancos in der
Nähe der spanischen Grenze getötet werden; dort ist die
Stierkampftradition rund 300 Jahre alt. Bereits drei weitere Städte
haben sich für die Ausnahmegenehmigung beworben. Die so genannten
«Festas» finden in Arenen auf Marktplätzen statt und locken
hunderte von Zuschauern an.
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