Einzelarbeit
Stierkampf
Einzug
Vorbereitungen
Vorspiel
1. Drittel
2. Drittel
3. Drittel
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Rund
um den Stierkampf
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Der
Stierkampf
Allgemeines über Stierkampf,
Der
Spanische Stierkampf,
Einführung,
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Personen und Geschichte,
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Der Stier,
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Höhere
Bundeslehranstalt
für wirtschaftliche Berufe
A-2020 Hollabrunn
Mühlgasse 35
Klasse:
HL5A
Jahrgang:
2002/03 |
"Der
Spanische Stierkampf"
Einzelarbeit
von: Maria EBENAUER
Gegenstand:
Geschichte
Betreuungslehrer:
Mag. Walter Trunk |
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| Der
Spanische Stierkampf |
Der
Stierkampf läuft nach festen Regeln ab. Der Beginn ist meist
5 Uhr nachmittags, im Hochsommer 6 Uhr. In einer corrida finden
sechs Stierkämpfe statt, an der in der Regel 3 Matadore teilnehmen.
Der
Einzug
Bevor die Toreros einmarschieren, reiten zwei Herren im historischen
Kostüm zur Präsidentenloge, ziehen ihre Hüte, verneigen
sich und reiten zurück, um nun den paseo, den Einzug der Toreros
anzuführen. Diese Reiter erbitten damit die Erlaubnis, den
Stierkampf beginnen zu dürfen. Mit
den Reitern an der Spitze marschieren nun die Toreros in die Arena
ein. Die drei Matadore, von denen jeder zwei Stiere töten wird,
nebeneinander.
Jedem Matador folgt jeweils im Gänsemarsch, seine cuadrilla,
seine Mannschaft. Diese besteht aus zwei bis drei banderilleros
und zwei picadores, Lanzenreitern auf gepanzerten Pferden. Sie alle,
die Matadore, banderilleros und picadore, nennt man Toreros. Chef
von ihnen ist der Matador (Töter), der der gefeierte Held eines
Stierkampfes ist und die anderen entlohnt. Den
Toreros folgen Maultiergespanne, die später den toten Stier
hinausschleifen.
Der Zug marschiert aus dem Licht in die Schattenseite vor die Präsidentenloge.
Dort löst sich die Prozession auf. Die picadores reiten aus
der Arena, die Matadore, die nicht an der Reihe sind, gehen hinter
die Barrieren und nur der Matador, der an der Reihe ist, bleibt
mit seinen banderilleros in der Arena. Der
erste Stier steht dem rangältesten Matador zu. Dieses Alter
wird nach der Zeit berechnet, die seit seiner alternativa in Madrid
verflossen ist.
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Vor-bereitungen
für den Kampf |
Der
rangälteste Matador, der den ersten Stierkampf bestreitet,
zieht sich zunächst mit seiner Kampf-capa, einem auf der einen
Seite kaminroten, auf der anderen Seite gelben Mantel, hinter eine
Barriere zurück. Seine beiden banderilleros, die ebenfalls
ihre rot-gelben Kampf-capas entfalten, stellen sich in einiger Entfernung
links und rechts an der Barriere beim Matador auf.
Die
Reiter, die zuvor den Zug angeführt haben, reiten indessen
zur Loge des Präsidenten. Der Präsident wirft ihnen den
Schlüssel zu dem Tor mit dem Stier zu. Einer der Reiter fängt
diesen mit seinem Hut auf und gibt ihm dem Arena-Diener weiter,
der, sobald die Reiter den Umgang hinter der Bordwand erreicht haben,
dieses Tor öffnet, das auch Tor der Angst genannt wird.
Nun
stürmt der Stier, dem ein Fähnchen mit den Farben der
Züchterei im Nacken steckt, aus seiner dunklen Box heraus.
Falls der Stier besonders gefährlich aussieht, schreien die
Zuschauer ein erstes „Olé!“. Was für die
Betrachter nach "Wut" oder "Wildheit" aussieht,
ist lediglich Ausdruck schlimmsten Schmerzes und handelt sich um
Panikreaktionen nach einer extrem tierquälerischen Tortur,
die der Stier bereits schon vor dem Kampf hinter sich hat... Mehr
dazu bei "Vorbereitung" des Stiers
Der Stier wird vorgeführt
Nun beginnt einer der banderilleros den Stier für die capa
zu interessieren, indem er sie hinter sich herschleift. Der Stier
folgt den Bögen und Zickzacksprüngen der capa und ab und
zu entreißt er sie dem banderillero, der dann sofort über
die Barriere springt.
Die
einzige Aufgabe, die der banderillero dabei hat, ist, dem Matador,
der von hinter der Barriere zusieht, die Eigenheiten des Stieres
vorzuführen. Der Matador beobachtet dabei, wie der Stier zustößt,
ob er nur mit einem Horn zustößt, ob er auf einem Auge
blind ist, wie hartnäckig er angreift, ob er nachstößt
oder ob der Stier mit dem Huf scharrt, was angeblich Feigheit bedeuten
soll.
Von
diesen Beobachtungen hängt im weiteren Verlauf des Kampfes
das Leben des Matadors ab. Manche Matadore verzichten auf dieses
Vorspiel und knien sich mit dem Rücken zu dem Tor, aus dem
der Stier stürmt, auf den Boden, in der Hoffnung, dass sich
der Stier gleich für die capa interessiert. Der Matador reagiert
erst, wenn das Publikum aufschreit, und reißt die capa zu
einem farol hoch. Gelingt dies nicht, gleicht dieser Anfang einem
Selbstmordkommando.
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Das
Vorspiel |
Der
Matador tritt dem Stier mit einer ausgebreiteten capa in beiden
Händen entgegen. Der Stier stürmt los, der Matador bewegt
langsam die capa nach rechts, indem er die rechte Hand hochzieht
und die linke Hand nach unten bewegt, so dass die capa rechts von
seinem Körper voll ausschwingt, möglichst tief. Der Stier
stößt seinen Kopf in das Tuch, der Matador dreht sich
um seine eigene Achse und zieht durch die capa den Stier so mit
sich.
Das
nennt man veronica und sobald sie beendet ist, stößt
das Publikum ein „Olé!“ aus. Der Matador versucht
nun eine ganze Serie von veronicas zu machen, wobei sich die Drehrichtung
von Mal zu Mal verändert.
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Die
Serie der veronicas beendet der Matador, indem er den Lauf des
Stieres plötzlich anhält, zum Beispiel durch eine halbe
veronica, die den Stier in seinen Rücken führt, ihn
dort fixiert, mit der capa vor seinem Maul wedelt und sie dort
zusammenfallen lässt.
-
Abschluss einer veronica ist auch die rebolera, bei der der Matador
die capa wie ein Ballettröckchen um sich schwingt. Ohne auf
den hinter seinem Rücken stehenden Stier zu achten schreitet
er auf das Olé-rufende Publikum zu, ganz sicher, dass der
Stier verblüfft stehen bleibt.
-
Ein
Abschluss ist der farol, bei dem der Matador, beginnend mit einer
veronica, die capa, sobald sich der Stier an seinem Körper
befindet, hinter seinem Rücken hoch über den Kopf schwingt
und sich dabei wie eine flackernde Flamme dreht. Manchmal wird
dies knieend ausgeführt.
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Bei
der chicuelina dreht sich der Matador, sobald der Stier vorbei
ist und sich zu einem neuen Angriff formiert, um die eigene Achse,
sich dabei in die capa einwickelnd, sodass er wie eine rasch rotierende
Säule aussieht. Sobald der Stier zu einem neuen Angriff anstürmt,
ist der Matador wieder zu einer veronica bereit.
-
Ein weiterer Abschluss ist die mariposa. Dabei hält der Matador
die capa so hinter seinem Körper, dass er wie ein Schmetterling
aussieht. Rückwärts gehend zieht er den Stier - einmal
den linken, einmal den rechten Flügel hebend - hinter sich
im Zickzackkurs her.
An
dieser veronica ist schon das Prinzip des Stierkampfes zu erkennen,
das darin besteht, den Stier für die capa zu interessieren
und ihm die capa als Feind darzustellen. Der Stier hält den
Matador anfangs für harmlos. Diese Täuschung wird jedoch
nach 15-20 Minuten vom Stier durchschaut.
Dies ist der Grund, weshalb der Stier bis spätestens dahin
tot sein muss. Wie lange das Täuschungsspiel aufrecht bleibt,
hängt vom Matador ab. Der
neuerliche Kontakt eines einmal bekämpften Stieres mit dem
Menschen würde für diesen tödlich enden, da es heißt,
dass der Stier in den 15 Minuten, die der Stierkampf dauere, alles
lerne, um sich nie wieder so manipulieren zu lassen.
Am
Ende solcher Figuren lässt der Stierkämpfer den Stier
hinter sich stehen und das Vorspiel ist beendet, indem der Präsident
mit einem weißen Taschentuch signalisiert, dass das erste
Drittel des eigentlichen Kampfes beginnen kann, der tercio de varas.
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Das
erste Drittel: Lanzen |
Der
tercio de varas, ist das Drittel der Lanzen. Dieser Teil ist der
hässlichste des Stierkampfes. Die beiden Pferde, deren rechtes
Auge verbunden ist, werden der Barriere entlang, ein Pferd links,
das andere rechts, hereingeführt und mit ihrer gepanzerten
Seite zum Stier aufgestellt. Früher wurden bei den Stierkämpfen
sehr viele Pferde getötet und deshalb tragen sie seit 1928
eine gesteppte Matratze, die fast bis zu den Hufen reicht. Die Pferde
sind meist sehr alt.
Die Reiter sind auch geschützt und haben unter dem rechten
Arm die pica eingeklemmt. Das ist eine fast drei Meter lange Lanze,
mit einer drei Zentimeter langen Spitze. Hinter dieser Spitze ist
sie mit einer Schnur umwickelt und wird von einem Stichblatt begrenzt,
sodass die Lanze höchstens zehn Zentimeter in den Stier eindringen
kann.
Das
Ziel der Lanze des Reiters ist der Nacken des Stieres. Dies gelingt
allerdings nicht immer und so kommt es vor, dass der picador in
die Rippen des Stieres trifft. Diese Lanzenstöße dienen
dem Zweck, dass der Stier seinen Kopf senkt, damit es dem Matador
später möglich wird, den Stier zu töten. Ohne diese
Maßnahmen würde der Matador niemals mit seinem Degen
über den Kopf des Stieres kommen.
Wie oft die Reiter zustoßen dürfen, entscheidet der Präsident
in der Loge. Sehr oft wird ein picador aus seinem Sattel gehoben.
In diesem Falle muss sofort ein Matador mit einer quite, einer Ablenkung,
eingreifen. Er muss den Stier vom Pferd und vom Reiter weglocken
und ihm vorgaukeln, dass die capa sein Feind ist.
Das
erste Drittel ist beendet, wenn der Präsident ein weißes
Taschentuch über die Brüstung seiner Loge hängt.
Die picadore reiten aus der Arena und das Trompetensignal für
den tercio de banderillas ertönt.
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Das
zweite Drittel: Banderillas |
In
dieser Phase des Stierkampfes werden banderillas verwendet, um sie
dem Stier in die Nackenschwulst zu stechen. Eine banderilla ist
ein zirka 65 cm langer Stock, der mit bunten Papierbändern
umwickelt ist und an dessen Spitze sich ein stählerner Wiederhaken
befindet.
Diese Phase wird nicht von einem Matador bestritten, sondern von
einem banderillero. Wenn
der Stier durch die pica allzu mitgenommen ist, kann der Präsident
auch ein Beenden oder eine Verkürzung dieser Phase anordnen.
Bei einem sehr unlustigen und müden Stier hatte der Präsident
früher die Möglichkeit, das Setzen einer Feuerwerks-banderilla
anzuordnen.
Heute werden statt dessen längere und schwarze banderillas
verwendet. Ist der Stier immer noch nicht angriffslustig, fordert
das Publikum einen anderen Stier. Das ist eine schwere Demütigung
für die Züchterei. Deshalb wird alles Menschenmögliche
getan, um sich diese Demütigung zu ersparen.
Es gibt ein Dutzend meist nur durch einige Einzelheiten unterschiedliche
Verfahren, die banderillas zu setzen. Meist geschieht es al cuarteo.
Dabei bringt der banderillero den Stier aus weiter Entfernung zum
Angriff und läuft in einer Kreisbewegung dem Stier entgegen,
der dadurch ebenfalls zu einer langsameren Kreisbewegung gezwungen
wird. Sobald sie sich begegnen, reckt sich der banderillero blitzschnell
auf die Zehen hoch, sticht die banderillas mit nebeneinanderliegenden
Händen und hochgewinkelten Ellenbogen ein und gleitet, noch
in der Kreisbewegung, vor den Hörnern vorbei. Die richtige
Stelle im Nacken, so hoch wie möglich, kann er nur treffen,
wenn er dicht vor den Hörnern von hoch oben zusticht.
Das
Setzen der banderillas geschieht meistens so, dass der banderillero
in der Mitte stehend dem Stier entgegenläuft, der von der Barriere
aus startet. Das kann auch andersherum passieren, dabei ist es aber
ungemein gefährlicher, da dort die rettende Barriere weiter
entfernt ist. Falls
der banderillero stürzt oder vom Stier erfasst wird, eilen
ihm sofort einige Matadore zu Hilfe und lenken den Stier mit einer
quite ab.
Es
gibt auch noch für den Menschen gefährlichere Varianten,
eine banderilla zu setzen, diese werden dann aber nicht vom banderillero
ausgeführt, sondern vom Matador selbst. Der Matador wird dies
aber nur übernehmen, wenn er einen "besonders geeigneten"
und reaktionsschnellen Stier vor sich hat.
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Eine
dieser Varianten ist al quiebro, bei der der Matador den Stier
zum Angriff reizt und selbst stehen bleibt, bis der Stier dicht
heran ist. Erst dann lenkt er den Stier durch einen winzigen Seitenschritt
oder nur durch rasches Ausbiegen der Hüfte in seiner Angriffsrichtung
ein wenig ab, und während der Stier mit den Hörnern
in die Luft stößt, gegen die Stelle, an der eben noch
der Körper des Toreros gewesen ist, platziert dieser die
banderillas.
-
Manchmal
legt der Torero ein Taschentuch auf den Boden, was bedeuten soll,
dass er verspricht, diesen Fleck nicht zu verlassen, bis er die
banderillas platziert hat.
-
Eine weitere Abwandlung ist, die banderillas zu verkürzen,
denn: Je kürzer desto gefährlicher.
Durch
die banderillas wird die Nackenmuskulatur des Stieres weiter ermüdet
und durch das Baumeln der banderillas an seinem Hals soll seine
Angriffslust noch gesteigert werden. Der
Akt der banderillas sollte jedoch nicht länger als fünf
Minuten dauern, da der Stier sich sonst an den Menschen als Angriffsobjekt
gewöhnt. Wäre dies der Fall, so könnte die Phase
mit muleta und Degen nicht durchgeführt werden. Die
letzte Phase wird wieder durch das Taschentuch und ein Trompetensignal
eingeleitet.
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Das
letzte Drittel: Muleta und Degen |
Der
dritte Akt ist die Schlussphase des Kampfes und endet mit dem Tod
des Stieres. Als erstes widmet der Matador den Stier entweder dem
Präsidenten oder dem Volk. Im letzteren Falle wirft er seine
Kappe auf den Boden.
Dies tun die Matadore besonders dann, wenn sie in ihrem Heimatort
kämpfen. Ein volkstümlicher Matador kann seine Kappe auch
in die Sonnenseite werfen, das heißt, er wird den Stier dort
unter besonders schwierigen Lichtverhältnissen töten und
den Stier zugleich dem armen Volk widmen. Der Widmung folgt nun
die Arbeit mit der muleta und dann das Töten mit dem Degen,
der vielzitierte „Augenblick der Wahrheit“.
Der
afarolado entspricht dem farol mit der capa. Diese Figuren gehören
zu den Schmuckfiguren. Sie dienen weniger dem Ermüden des Stieres,
als vielmehr dem Matador, sich als todesmutiger und eleganter Artist
zu präsentieren.
muleta
Die
capa wird nun getauscht gegen die muleta, ein rotes Tuch, das in
Falten am Stock entlang hängt. Dieser Stock wird später
durch einen richtigen Degen ersetzt. Wenn der Matador die muleta
in der rechten Hand oder auch in beiden Händen hält, so
spreizt er den roten Flanell mit einem Degen in der rechten Hand
ganz auf. Nimmt
er den Degen jedoch in die linke Hand, so spreizt er das Tuch nur
zur Hälfte - auf zirka 60 cm - auf.
faena
Alle
pases, Schritte, die mit der linken Hand ausgeführt werden,
sind deshalb viel gefährlicher, da dabei der Stier dichter
am Körper vorbeigeführt wird. Bis
zur faena, dem sogenannten letzten Teil, haben die Toreros auf Angriffe
des Stiers reagiert und sich, wenn sie in Gefahr gerieten, rasch
in Sicherheit gebracht. Bei der faena jedoch hat der Stier auf die
muleta-Angriffe des Matadors zu reagieren und dem Matador sind keine
raschen Bewegungen mehr gestattet. Der
Mensch ist jetzt "Herr über das Tier" geworden. Wohin
der Stier jetzt stößt, soll durch den Matador bestimmt
werden.
pase
natural
Was
die veronica für die Arbeit mit der capa, das ist für
die Arbeit mit der muleta der pase natural. Dabei hält der
Matador die muleta in der linken Hand, tief und mit ausgestrecktem
Arm. Er steht frontal vor dem Stier und bringt ihn durch ein leichtes
Rütteln des roten Tuches zum Angriff. Mit ausgestrecktem Arm
und unbewegt stehenden Füßen zwingt er den die tiefgehaltene
Muleta angreifenden Stier, einen Viertelkreis zu beschreiben, sehr
eng um seinen Körper. Er
wird versuchen, den pase natural noch ein paar Mal zu wiederholen
und diese Serie mit einem passenden pase abzuschließen.
pase
de muerte
Ein
Beginn der faena ist auch der pase de muerte, die Todeswendung.
Dabei stellt sich der Matador so vor dem Stier auf, dass er ihm
seine Hüfte zuwendet, hebt mit beiden Händen die durch
den Holzdegen aufgefaltete muleta in Hüfthöhe und erwartet
regungslos den Angriff. Zögert der Stier, so geht der Matador
wenige Seitenschrittchen auf den Stier zu und stellt sich abermals
regungslos auf. Greift der Stier an, so bleibt der Matador regungslos
und zieht erst kurz vor den Hörnern die muleta hoch. Der Stier
reißt nun den Kopf zur muleta hin und jagt mit einem Aufbäumen
dicht am Matador vorbei.
pase
de pecho
Mit
dem pase de pecho, der Brustwendung, wird oft eine Serie von pases
abgeschlossen. Der Stier, der am Matador vorbeigestürmt ist
und sich rasch zu einem neuen Angriff umdreht, kommt von hinten
und der Matador hebt die Muleta mit der linken Hand in die Höhe
seiner Brust, wobei das Horn unter seinem linken Arm so dicht vorüberfegen
muss, dass die Jacke gestreift wird.
manoletina
Bei
der manoletina hält der Matador die muleta in beiden Händen
hinter seinem Rücken und vergrößert ihre Angriffsfläche,
indem er sie seitwärts hinter seinem Körper nach außen
reckt. Oftmals reicht schon ein kleiner Zipfel, der hinter dem Rücken
des Matadors hervorragt, um einen Angriff des Stieres zu provozieren.
Greift der Stier an, so lenkt der Stierkämpfer das Horn an
seinem Körper vorbei, indem er die muleta, soweit sein Arm
reicht, nach außen bringt.
molinette
Bei
der molinette, mit der sich eine Serie von pases abschließen
lässt, dreht sich der Matador unmittelbar vor oder zwischen
den Hörnern einmal um seine Achse, wobei sich die muleta um
ihn wickelt.
ayudados
Wie
der pase natural gehören auch die ayudados zu den Figuren,
die den Stier auf den schwierigen Akt des Tötens vorbereiten.
Bei den ayudados hält der Matador die muleta in beiden Händen,
wobei er mit dem Degen in der rechten Hand ins Tuch sticht und es
zu seinem Umfang ausbreitet. Mit dieser relativ großen muleta
sind die Figuren weniger gefährlich und deshalb geeignet, die
Eigenschaften des Stieres zu erproben. So testet der Matador durch
den ayudado por bajo, wie viel Angriffslust und
Kraft dem Stier noch geblieben sind. Hierbei reizt er den Stier
zum Angriff und führt ihn durch die tiefschwingende muleta
mit gesenktem Kopf dicht an seinem Körper vorbei.
querencia
Bei
allen pases spielt die geheimnisvolle querencia, über die es
ellenlange Theorien gibt, eine ungewisse Rolle. Es handelt sich
hierbei um den Trieb des Stieres, in seinen Stall zurückzukehren.
Da dies nicht möglich ist, sucht er sich einen Platz in der
Arena aus, den er verteidigt wie seinen Stall. Für den Torero
ist es sehr gefährlich, den Stier in dieser Zone anzugreifen,
da er gegen den verteidigenden Stier keine Chance hat.
Deshalb
ist es für den Matador notwendig, den Stier zum Angriff zu
bewegen. Anderseits kann der Torero aber auch die querencia ausnutzen,
indem er sich so aufstellt, dass der Stier bei einer capa- oder
muleta-Figur in seine querencia hineinläuft. Der Stier tut
dies gern ohne dabei den Torero anzugreifen. Für Nichtkenner
erscheint dies oft wie ein Beherrschen des Stieres durch den Matador.
estacada
Das
Töten durch den Matador wird estacada genannt, nach estoque,
dem Stierkampfdegen. Der Degen hat eine Schneide von 75 cm Länge,
ist an der Spitze leicht gebogen und die vordere Hälfte ist
scharf geschliffen. Wenn
der Matador "korrekt" tötet, setzt er sich selbst
der Todesgefahr aus. Dabei versucht er durch die muleta, das Risiko
eines Hornstoßes zu minimieren.
Beim Töten muss der Matador den Stier derart dirigieren, dass
die Hufe in einem Rechteck, zumindest aber die Vorderhufe auf einer
Linie stehen, möglichst dicht nebeneinande. Nur bei dieser
Stellung versperren die Schulterblätter nicht die Stelle hoch
im Nacken, in die der Degen neben der Wirbelsäule und zwischen
den Rippen zur hinteren Aorta durchdringen und den Stier mit einem
Stoß töten kann.
Um
diese Stelle treffen zu können, muss der Matador zwischen die
Hörner gehen und von oben, hoch zwischen den Schulterblättern,
in einem Winkel von 45° zustoßen. Stößt er
zu früh oder zu spät, misslingt die estocada. Es gibt
insgesamt zwei Dutzend Spezialausdrücke, um die estocada je
nach ihrer Ausführung, Art, Platzierung und Tiefe des Stoßes
zu klassifizieren.
Nach einem gelungenen Todesstoß beschwören viele Matadore
den Tod des Tieres. Misslingt der Todesstoß, so muss er wiederholt
werden oder das Tier wird durch einen Gnadenstoß in den ersten
Halswirbel erlöst, falls es zu schwach für einen weiteren
Todesstoß ist. Nach
einer estocada bricht das Publikum in ein großes „Olé!“
aus.
Dadurch
fordert es eine Belohnung für den Matador, was ein Ohr, beide
Ohren und der Schwanz sein kann, oder es fordert eine oder zwei
Ehrenrunden des Matadors (mehr
hierzu bei "Trophäen"). Der Stier wird dann ein
oder zweimal durch die Arena geschleift und schließlich aus
der Arena zum Schlächter. Der erste Stier ist somit getötet
worden. Ihm folgen noch weitere 5 Stiere, alleine an diesem einen
Nachmittag.
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