Tierschutz im Grundgesetz - nur ein Papiertiger?Die geltende Gesetzeslage in der BRD

Die BRD hat im Mai 2002 den Tierschutz im Grundgesetz verankert und damit zum Staatsziel erklärt. Behördliche Genehmigungen sollten damit im Einklang stehen. Rodeo kann aufgrund seiner Wesensart nicht tierschutzgerecht durchgeführt werden. Von anti-corrida befragte Tierärzte sind der Auffassung, dass Rodeo in der BRD gegen das geltende Tierschutzgesetz verstößt. Nachfolgend einige der Paragraphen/Leitlinien, die gegen Rodeo sprechen:

Tierschutzgesetz (TierSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Mai 1998 (BGBl. I S. 1105), geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 12. April 2001 (BGBl. IS. 530)

Leitlinien Tierschutz im Pferdesport (veröffentlicht vom BML, erarbeitet von der Arbeitsgruppe Tierschutz und Pferdesport, Stand 1. Nov. 1992)

1. Umgang mit Pferden bei Ausbildung und Nutzung f) Vertrauen des Tieres zum Menschen: " Unbekanntes löst beim Pferd in der Regel Meidereaktionen aus. An fremde Dinge muss das Pferd deshalb langsam und mit sinnvoller Hilfengebung herangeführt und gewöhnt werden. Es ist falsch, in solchen Situationen auf das Pferd gewaltsam einzuwirken. Ziel beim Umgang mit dem Pferd muss sein, dass es den Menschen als ein Lebewesen erkennt, gegenüber dem keine schadensvermeidenden Reaktionen erforderlich sind und in dessen Gegenwart es sich auch in bedrohlich erscheinenden Situationen sicher fühlt. Das Vertrauen zum Menschen ist auch Voraussetzung für das Pferd, die Zeichen und Hilfen verstehen und annehmen zu können."

a) Ausrüstung allgemein (1. Die Ausrüstung von Pferd und Reiter und ihre Anwendung /III. Ausrüstung und Geräte): "
Die Ausrüstung muss zweckdienlich, dem Pferd angepasst und in einwandfreiem Zustand sein; sie darf keine Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen. So darf eine Zäumung mit Hebelwirkung nur von Reitern mit fortgeschrittenem Ausbildungsstand verwendet werden. Sättel, Sattelunterlagen, Gurte, Geschirre u. a. sind so anzupassen und anzulegen, dass sie weder drücken noch scheuern können."

d) Sporen (1. Die Ausrüstung von Pferd und Reiter und ihre Anwendung /III. Ausrüstung und Geräte): "Die Benutzung von Sporen muss Reitern mit fortgeschrittenem Ausbildungsstand vorbehalten bleiben, die in der Lage sind, dieses Hilfsmittel kontrolliert einzusetzen. Sporen dürfen nicht missbräuchlich eingesetzt werden. Ihr Einsatz darf nicht zu Verletzungen führen.
Es sind nur solche Sporen zu verwenden, die bei sachgerechter Anwendung nicht zu Stich oder Schnittverletzungen führen.

Kommentar anti-corrida: "Wir konnten bei Rodeo-Besuchen in der BRD feststellen, dass einige Reiter die Sporen in den Hals der Pferde stießen, wie das beim Rodeo in den Vereinigten Staaten üblich ist. Außerdem sahen wir sehr junge Kinder mit Sporen."

g) Unerlaubte Hilfsmittel und Manipulationen (1. Die Ausrüstung von Pferd und Reiter und ihre Anwendung /III. Ausrüstung und Geräte): "Unerlaubt und tierschutzwidrig ist die Durchführung von Manipulationen oder die Anwendung von Hilfsmitteln durch die einem Pferd bei Ausbildung, Training und Nutzung ohne vernünftigen Grund Schmerzen zugefügt werden oder durch die Leiden oder Schäden entstehen können."

5. Ausbildung und Beschäftigung (Seite 21; Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen): "... Alle Wildequiden sind in der Regel schreckhaft. Deshalb muss beim Umgang mit ihnen mit besonderem Einfühlungsvermögen vorgegangen werden."

Erziehung und Ausbildung (Seite 34; Anlage 3)
II. Verständigung zwischen Mensch und Tier
II.1 Mensch als Partner

Der Mensch muss sich bei der verhaltensgerechten Ausbildung als überlegener Partner des Tieres verstehen, aber nicht durch Anwendung von Gewalt, sondern mit Einfühlungsvermögen, Geduld und Konsequenz. Hierbei sind Anforderungen an den Menschen:

Fazit: Rodeo kann aufgrund seiner Wesensart nicht tierschutzgerecht durchgeführt werden. Behördliche Genehmigungen sollten damit im Einklang stehen!


Protestaktion gegen Rodeo in Berlin

Leider gibt es noch nicht das Verbandsklagerecht für Tierschutz-Angelegenheiten. Um dennoch die entsprechenden Verantwortlichen auf erhebliche Verstöße gegen (bereits bestehende!) Gesetze aufmerksam zu machen, dürfen Tierfreunde nicht müde werden, immer und immer wieder zu protestieren. Bitte beteiligen Sie sich an Protestaktionen:

Was Sie gegen Rodeo tun können


Weitere Informationen zum Thema Rodeo unter
www.anti-corrida.de
Quelle Texte und Bild: © INITIATIVE ANTI-CORRIDA 2003

Die Protestaktion anlässlich des deutsch-amerikanischen Volksfestes wird unterstützt von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg e.V


 

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