Offener Brief

Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin
Senatskanzlei
Berliner Rathaus
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und

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Senatsverwaltung für Gesundheit,
Soziales und Verbraucherschutz
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(ohne Gewähr)

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Berlin, den 15.07.03


Rodeo in Berlin

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes in Berlin finden Rodeo-Veranstaltungen mit Rindern und Pferden statt.

Wir fordern Sie auf, die Rodeo-Veranstaltungen aus Tierschutzgründen nicht zu genehmigen.

Wir sind der Auffassung, dass Rodeo nicht tierfreundlich ist und gegen das deutsche Tierschutzgesetz verstößt.

Das bereits im Juni an Sie verschickte Videomaterial zeigt deutlich, dass Rodeo nur durch Gewaltanwendung funktioniert. Wichtigstes Instrument ist der Flankengurt. Der Veranstalter des Rodeos sagt auf Pressekonferenzen immer wieder, dass zum Zeitpunkt des Anschnallens der Flankengurt so locker anliege, dass ca. zwei Handflächen untergeschoben werden können. In der Tat wird der Flankengurt erst beim Verlassen der Startbox fest angezogen. Jedoch so sehr, dass er die Tiere extrem einengt, denn sonst würden sie nicht bocken, um ihn abzuschütteln.

Auch sonst wird mit den Tieren nicht gerade zimperlich umgegangen. Sie werden mit Sporen in den Hals getreten und sind ständiger Verletzungsgefahr durch Stürze ausgesetzt.

Minderjährigen sollte der Besuch von Rodeos grundsätzlich untersagt werden, da Rodeo Kindern und Jugendlichen zeigt, dass derjenige, der seinen Mitgeschöpfen Schmerzen zufügt, auch noch dafür belohnt wird. Einfach unglaublich - stattdessen werden Kinder für diese Tierquälerei auf dem deutsch-amerikanischen Volksfest regelrecht rekrutiert - immer an den "Familientagen" gibt es "Kinder Rodeo".

Das Image Berlins leidet gewaltig. Dieses Jahr hat Berlin die meisten Rodeo-Veranstaltungen in der BRD. Wir erklären die Stadt hiermit zur "tierunfreundlichsten" Stadt in der Bundesrepublik Deutschland.

Wir bitten Sie dafür zu sorgen, dass mit sofortiger Wirkung keine Rodeos in Berlin mehr stattfinden. Neue Gesetze benötigen Sie dafür nicht. Die bestehenden Gesetze müssen lediglich zur Anwendung gebracht werden. Nur weil etwas jahrelang aus welcher Motivation auch immer genehmigt wurde, ist es deswegen nicht automatisch korrekt. Gibt es denn in der Berliner Verwaltung niemanden mit genügend Rückgrat, der sich als Anwalt für die Tiere und die Menschen, die einen liebevollen Umgang mit ihnen fordern, einsetzt?

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen sprach sich für die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz aus. Wir gehen davon aus, dass diese Zahl auch auf Berlin anwendbar ist. Machen Sie sich nicht zum Handlanger einer winzigen Minderheit, deren Freizeitgestaltung Tierquälerei beinhaltet.


Mit freundlichen Grüßen
INITIATIVE ANTI-CORRIDA / animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

(Mechthild Mench, stellv. Vorsitzende animal 2ooo e.V.)

PS: Der Protest gegen Rodeo wird von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg e.V. vor Ort unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen

INITIATIVE ANTI-CORRIDA

animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V.


Tierquälerei als Belustigung. Quelle: Anti-CorridaWeitere Informationen zum Thema Rodeo unter
www.anti-corrida.de
Quelle Texte und Bild: © INITIATIVE ANTI-CORRIDA 2003

Die Protestaktion anlässlich des deutsch-amerikanischen Volksfestes wird unterstützt von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg e.V


 

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