|
Barbarei
in Spanien - Climax of Torture - Fiestas in (S)PAIN
<<
Infos über Stierkampf und Blufiestas in Spanien
Bericht
über den spanischen Stierkampf
Jeder
Tierfreund sollte sich kurz Zeit nehmen und dies hier lesen.
Das Ereignis fand am Samstag, den 7. August 2005 statt.
"Ich
war bis gestern für eine Woche in Madrid. Dort habe ich alle
Sehenswürdigkeiten erkundschaftet. Samstag war auch die berühmte
Stierkampfarena dran. Ich besuchte ein Stierkampfmuseum - das leider
so gut wie keine Gewalt an Stieren verdeutlicht hatte sondern eher
die kulturelle Ebene den Touristen verdeutlichen wollte. Da ich
in Sachen Stierkampf eh nicht so aufgeklärt war (mir ehrlich
gesagt auch nicht viel dabei dachte, das Museum jegliche Gewalt
an Stieren vertuscht hat) habe ich mir Karten für den Stierkampf
(19:00-21:00) gekauft und bin auch am Abend in der Arena wieder
eingetroffen.
Zur
Ernüchterung vorweg muss man sagen, dass so gut wie keine Spanier
in der Arena waren sondern nur Touristen. Da kam mir schon alles
etwas "spanisch" vor. Naja aber das Spektakel begann und
knappe 15.000 Menschen waren dabei. Die Toreros, Matadore, Picadore
wurden herzlich in der Arena empfangen.
Es
wurden 3 Teams gebildet mit je einem Matador, 3 Toreros und 2 Picadores.
Jedes Team hat zwei Stiere zur Verfügung gehabt. Jedoch wurde
es immer in der 3er Reihenfolge ausgeübt. Also durfte das Team
eins bei 1. und beim 4. Kampf dabei sein. Am Ende durften dann die
Zuschauer über das beste Team und den besten Matador entscheiden.
Der Kampf beginnt. Am Anfang noch harmlos wird der anscheinend "wilde"
Stier in jede Ecke des Feldes gelockt durch die Toreros, die mit
rosafarbenen Tüchern schwenkten und in jeder Ecke verteilt
waren. So weit so gut dachte ich mir.
Danach wurde jedoch durch eine Blaskapelle mit einem demonischen
Laut die 2. Phase des Stierkampfes eingeläutet. Die Picadores
betraten die Arena. Dies waren Reiter, dessen Pferde mit einem
gepanzerten Tuch und die Reiter, die mit einer Lanze/Speer ausgerüstet
waren. Die 3 Toreros lockten den Bullen (der Bulle hätte
es von selber nicht gemacht da er lieber auf die rosafarbenen
Tücher gegangen ist) auf das Pferd mit dem Reiter. Jedoch
nur so weit, dass der Bulle kaum Anlauf nehmen konnte um so eine
geringere Durchschlagskraft zu haben und den Reiter samt Pferd
nicht umwerfen zu können. Aus der kurzen Distanz griff nach
vielen Lockrufen der Stier das Pferd an, rammte seine Hörner
in die Panzerung des Gauls. Der Reiter (Picador) stach mehrmals
dabei dem Bullen in den Nacken und stach ihm bewusst die Halsschlagader
auf, denn das Blut spritzte nur so vom Stier heraus. Dieses
Prozedere wurde insgesamt immer 2x pro Stier durchgeführt,
also zwei mal nach einem Angriff hineinstechen. Spätestens
hier wurden mir die Augen geöffnet und ich empfand eine Höllenwut
auf diese Picadores. Die Spanischen Gäste feierten den Picador,
den Touristen blieb die Spucke weg. Das Blut des Stiers glitt
schon bis hinunter zu seinen Beinen und tropfte wie eine Fontäne
auf den Boden.
Durch
ein 2. Signal durch die Kapelle wurde die 3. Phase eingeläutet.
Diesmal durften die 3 Toreros den bereits stark geschwächten
Stier (da sehr hoher Blutverlust) jeweils 2 kleinere Speere mit
Wiederhaken pro Mann in den Stier hineinrammen. D.h. bei "guter"
Ausbeute hingen 6 Speere am Stier dran. Dabei lockten die Toreros
den Stier auf sich. Als dieser zum "Angriff" ansetzte,
pflanzten sie die Speere ins Tier ein. Jeder Bulle blieb durch
den Schmerz wie betäubt stehen und die Toreros konnten fliehen
ohne Gegenwehr. Gefährlich wurde es nur, wenn die Toreros
das Ziel verfehlten und der Bulle somit ungehindert auf sie zustürmen
konnte. Jedoch erscheint diese 1:1 Situation fairer als sie ist.
Durch den hohen Blutverlust waren die Tiere jetzt schon so geschwächt,
dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnten und sich
daher auch nicht zur Wehr richtig mehr setzen konnten.
Ein erneutes Signal wurde durch die Kapelle eingetönt. Die
4. und entscheidende Phase ist angebrochen. knappe 15 bis 20 Minuten
sind bis jetzt schon vergangen. Seit 10 Minuten bluten die Stiere
bereits aus. Ihre ganzen Läufe sind blutdurchtränkt.
Sie versuchen, die 6 Speere von sich abzuwenden doch es geht nicht.
Sie springen und drehen sich ruckartig und schaffen es immer noch
nicht. Die Bullen schnappen nach Luft, der Schmerz steht ihnen
im Gesicht geschrieben. Die Menge wird immer unruhiger.
So zur 4. Phase: Der Matador (der "Held" und "Leader"
des Teams) steht dem Stier 1:1 gegenüber. Er hat ein Messer
und ein rotes Tuch in der Hand. Er versteckt das Schwert im Tuch.
Manche Bullen fielen aber schon vor dieser Begegnung erschöpft
um, wurden aber von 3-4 Mann immer wieder durch ziehen am Schwanz
und an den Hörnern wieder zum Aufstehen gezwungen. Bei diesem
ungleichen Duell scheint der Matador den Stier (und dass soll
auch so rüberkommen) zu verarschen. Er lässt den Stier
immer wieder ins Leere laufen und lässt ihn komplett veraufgaben.
So sehr, dass manch ein Stier (es waren insgesamt 2 von 6) schon
umgefallen ist und kaum noch laufen konnte. Nach ungefähr
7-8 Muniten großer "Belustigung" und Show für
die Gäste setzte der Matador für den finalen Stoß
an. Er ziehlte genau auf eine Stelle im Rücken des Tiers.
Diese sollte das Herz treffen (mit dem Schwert natürlich).
Leider
verfehlten die Matadore ungelogen 85% ihrer Gnadenstöße,
so dass sie unzählige Male den Bullen sinnlos durchbohrten.
In einigen Fällen versuchten die Matadore es so oft, dass
sie (die Menge war extrem aufgebracht, Pfiffe schallten durch
die Arena) sich zu einem abartigen Stoß entschieden. Da
ja bereits 5-6 Schwerter in den Bullen stecken, nahmen sie ein
7. und 8. und sogar 9. doch diese waren nicht für das Herz
bestimmt. Sie zielten auf den Kopf des Bullen und versuchten sein
Hirn zu erwischen. Leider verfelten sie oftmals auch diese Stelle.
Bis so ein Bulle dann zum Erliegen kam, war eine riesen Sauerei.
Sobald der Bulle dann den Eindruck gemacht hat (das war bei jedem
so) im Sterben zu liegen, kam ein Torero vom Team mit einem großen
Messer und schnitt dem Bullen am Hals rum, so dass der Stier sicher
mausetot war. In "besseren" Fällen traf jedoch
der Matador nach einem Anlauf das Herz. Nach dem Treffer kamen
die 3 Matadore und schwenkten mit ihrenen rosafarbenen Tüchern
vor den Augen des Stiers hin und her, bis er schwindelig im Sterben
zusammenbrach. Wie gesagt wurde ihm danach noch am Hals rumgeschnitten.
Blut kam dann nicht mehr so viel, da ja das Tier schon nahezu
blutleer war.
Besonders nach dem 1. Stierkampf wurde mir schlecht. Es bauten sich
in mir Aggressionen auf und ich schwörte mir: NIE wieder so
was. Ich machte mir zudem berechtigterweise Vorwürfe, warum
ich auch noch dieses Spektakel mit meinem Eintrittsgeld unterstützt
habe. Leider härtet man automatischerweise nach dem 3. - 4.
Kampf ab. Das ist auch gut so, da ich sehr bei den Kämpfen
mit den Stieren gelitten hab. Das ging aber fast allen so. Leider
hatte keiner genügend Mumm einfach aufzustehen und zu gehen.
Wie
gesagt, macht ihr auch nicht den Fehler, irgendwann mal in einen
Stierkampf zu gehen. Ich tat es nur, da ich nicht genügend
aufgeklärt war und ich es als Kulturbesichtigungsstation in
Spanien ansah. Aber es ist echt grausam.
Was
ja der HAMMER war, war dass man in die Arena ohne Altersbeschränkung
rein darf und somit massig kleine 3jährige Kinder in der Arena
waren und sich das mit angesehen haben. Garnicht auszumachen wenn
diese es mit Haustieren (z.B. Hamster) nachmachen... schwach, dass
es keine Altersbeschränkung (ab 18) dort gab, da selbst ich
und ich bin 18 Schwierigkeiten hatte es zu verarbeiten.
Das einzig positive an der Sache war, dass besonders die italienischen
und deutschen Arenabesucher spätestens nach dem 4. Kampf etwas
Courage gezeigt haben und lautstark gegen diese Morde rebelliert
haben. Es ging so weit, dass Bananen etc. auf den Matador geworfen
wurden - dessen "Ehre" sicher großen Schaden genommen
haben wird (denn sie stolzieren ja immer wegen ihrer Morde rum)
- und das ist auch gut so. Zudem wurde gottseidank einer der 6 Bullen
begnadigt wegen Tapferkeit.... aber bedauernderweise erst nachdem
er schon mehrmals vom Picador durchbohrt wurde... d.h. keine hohe
Überlebenschance.
Hätte
mir vorher jemand den Stierkampf so beschrieben wie ich jetzt gerade
wäre ich schon erst recht nicht rein gegangen - im Gegenteil.
Übrigens
habe ich keine Fotos gemacht, ich hatte zwar ne Kamera dabei - mir
waren jedoch die Eindrücke zu abscheulich um diese festhalten
zu müssen.
Ich
wäre froh wenn jemand ein Statement dazu abgeben würde
was ihr darüber denkt nach meinem Bericht.
Liebe
Grüße und macht weiter so!
MfG
Daniel
Kontakt:
daniel_breidenbach@web.de
Linktipp:
Über den Spanischen Stierkampf
|