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Berühmte
Stiere
- Traurige Helden, die uns zu denken geben sollten
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Ferdinand
- "Buxtehuder Bulle"
Obwohl
Ferdinand der kräftigste von allen seinen Weidekollegen ist, benimmt
er sich gewöhnlich so sanft wie ein Schäfchen. Doch ausgerechnet
als Kampstiere ausgesucht werden, sticht ihn ein Insekt, und er
zeigt sich von einer ganz untypischen furchterregenden Seite. Prompt
landet er in der Arena von Madrid.
Dort
ist mit einem friedfertigen Stier, der Blumen liebt, beim besten
Willen nichts anzufangen. Ferdinand kehrt auf seine grüne Wiese
zurück. Das
Bilderbuch des Amerikaners Munro Leaf (Pseudonym für John Clavert
Mann) kam 1937 mit dem Titel "The Story of Ferdinand"
heraus. Noch im selben Jahr erschien eine Übersetzung in Spanien.
Walt Disney machte einen Zeichentrick-Kurzfilm daraus, 1938 gab
es eine Ferdinand-Buchausgabe mit Bildern von Disney unter dem Titel
"Ferdinand - The Bull". Das Buch wurde zum internationalen
Bestseller.
In
Deutschland, wo das starke und friedfertige Rind Symbolfigur für
den Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle geworden ist, heißt
das Buch einfach "Ferdinand". Möglicherweise hat Munro
Leaf sich für seinen introvertierten Pazifisten-Stier von dem real
existierenden friedlichen Kampfstier Civilón inspirieren lassen,
der kurz zuvor in Spanien für einiges Aufsehen sorgte.
Gewaltprävention
mit Kindern
Ein
Duo mit Musik von Joaquin Rodrigo und Improvisationen mit Percussion
und Gitarre, für Kinder ab 5 Jahren. Choreografie, Spiel, Tanz,
Gitarre und Percussion: Martin Sauer und Dierk Zaiser. Für
diese Produktion gibt es eine pädagogische Begleitmappe und
Fortbildungen.
Linktipp:
Ferdinand im Rhythmiktheater
Die
"echten" Stiere, um die es im folgenden geht, haben nicht
aus Boshaftigkeit gehandelt. |
| Civilón
- Freund der Menschen |
Seiner
Rasse nach war Civilón Kampfstier, und als solcher wurde er kurz
vor Beginn des Bürgerkriegs nach Barcelona verkauft. Als aber die
Zeitschrift "Estampa" von ihm zu berichten wusste, dass
er sich vertrauensselig von Kindern streicheln und füttern ließ
und nicht einmal dann kampflustig wurde, wenn jemand sich auf seinen
Rücken setzte, gewann das aus der Art geschlagene Tier die Sympathie
einer ganzen Nation.
Bittbriefe
betreffs Begnadigung trafen beim Züchter erst ein, als er den lieben
Stier bereits verkauft hatte. Der Empresario in Barcelona war ein
geschäftstüchtiger Mann. Er ließ sich Civilón nicht wieder nehmen,
erinnerte aber daran, dass das Publikum die Macht hatte, die Begnadigung
eines Stiers zu fordern.
Je näher der Tag kam, an dem der Todeskandidat seinen großen Auftritt
haben sollte, desto mehr Graffiti tauchten auf den Wänden von Barcelonas
Häusern auf und baten, dem "Freund der Menschen" das Schicksal
zu ersparen. Am Tag der Corrida hing die Plaza voller Spruchbänder
für die Schonung des Tieres. Nach einem tapferen Kampf wurde der
Stier tatsächlich bis auf weiteres begnadigt. Einige Monate später
wurde er allerdings in den Notzeiten des Bürgerkriegs geschlachtet
und gegessen.
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| Jaquetón |
Jaquetón
war einer von sechs Stieren aus der Zucht von Don Agustín Solís
aus Trujillo, die 1887 in Madrid außerordentlich Eindruck machten.
Kaum war er in der Arena, brachte er den ersten Picador (Lanzenreiter)
zu Fall und tötete sein Pferd.
Dann machte er das gleiche mit dem Picador "Fuentes" und
tötete das zweite Pferd. Sastre, Picador Nummer Eins, hatte sich
inzwischen ein Ersatzpferd besorgt, das als drittes erledigt wurde.
Der vierte Angriff galt Picador "Canales" bzw. dessen
Pferd. Ross und Reiter blieben standhaft und der Stier bekam die
erste Lanze in den Nacken gerammt.
Bei
Picador "Manitas" hatte der Stier wieder mehr Erfolg:
Sturz des Picadors, Tod des Pferdes. Dann wieder Sturz von Picador
Fuentes und Tod des fünften Pferdes. Danach Sturz von Picador Canales.
Das
Publikum war so begeistert, dass es die Begnadigung des Stieres
forderte. Dem wurde auch stattgegeben, allerdings ist er bei seinem
letzten Kampf mit dem Pferd von einem Huf am Kopf getroffen worden
und brach, von Krämpfen geschüttelt, zusammen. Matador "Currito"
tötete ihn an Ort und Stelle.
"Jaquetón"
wurde zu einem Synonym für einen besonders angriffslustigen Stier
und wurde natürlich auch in die Liste "Toros célebres"
aufgenommen. Weitere berühmte "Pferdekiller" sind z.B.
Gordito und Estrellaíto.
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| Gordito |
Gordito
tötete 1869 sogar 21 Pferde. Auch er wurde begnadigt, was
ihm aber nicht viel nutzte, da er durch schon eingestochene Lanzen
tödlich verletzte war.
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| Estrellaíto |
Estrellaìto
tötete 1882 in Valencia alle vorhandenen Pferde des Veranstalters,
so dass die Picadores nicht weitermachen konnten und das Publikum
einen Tumult anzettelte. |
Miura
Der
erste Stier, der am 29. August 2002 in Portugal legal ermordet wurde.
Ich nenne ihn Miura, in Anlehnung an die rührende Geschichte
von Miguel Torga. Viola Kaesmacher |
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Für "Miura"
und all die anderen namenlosen Stiere.
Von Wolle, August 2002
Wenn
ein rotes Blatt Papier,
fliegt vor einem Stier:
der Stier sieht rot, Torrero tot.
Torrero hat umsonst gelebt,
die ganze Erde hat gebebt.
Ein Helfer schnell den Stier erstach,
das ganze Publikum lag flach,
das Blut spritzt gegen Wände,
der Helfer hat nun rote Hände.
Dieses fiese Schauspiel in Qual
lässt einen Menschen verkrampfen,
Amusement der ersten Wahl?
In Barrancos fröhlich die Füße stampfen.
Tiere, die ihr Leben lieben,
von Menschenmassen angetrieben,
Fluchtversuch durch enge Gassen,
um dann doch ihr Leben zu lassen.
Boviden sterben im Frust,
für des Homo Sapiens Lust.
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*
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+ 29.08.2002 |
Linktipp:
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