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Schöne,
bunte Zirkuswelt?

Löwen
gibts bei Circus Atlantik zum Glück nicht mehr. |
Fühlten
wir uns erst etwas zu präsent (5 Leute hätten bei
einem solch kleinen Zirkus sicher auch gereicht), waren wir
letztendlich doch erstaunt, dass tatsächlich 93 Leute
in die Vorstellung gingen. In erster Linie
Leute mit Kindern.
Neben
diesen Besuchern nahmen uns auch die vorbeifahrenden PKWs
und Busse wahr, letztere hielen z.T. sogar extra an - um die
Transpis zu lesen. So manch hochgehobener Daumen wurde aus
fahrenden Autos in Richtung der Demonstranten gestreckt.
Insofern
war es auf jeden Fall gut, dass wir vor Ort waren - denn es
muss öffentlich gezeigt werden, dass diese Zurschaustellung
von Tieren nicht mehr ins 21. Jahrhundert passt. Ein Mannschaftswagen
stand zu unserem Schutz bereit.
Es
wurden verschiedene Infomaterialien, die die TIRM bereitstellte,
verteilt: Die tierrechte-Broschüre über Zirkus,
ein allgemeiner Flyer über den "Zauber in der Manege"
(Quelle: www.react-online.de)
und ein Spezial-Flugi für Kinder:
| "Kängurus
gehören nicht in den Zirkus!" Mit
Malwettbewerb "Bitte male diesem Känguru eine
Umgebung, in der es sich deiner Meinung nach wohl fühlt.
Die Bilder werden auf der Seite www.zirkus.tirm.de
präsentiert und einmal im Monat wird ein Gewinner
ausgelost, der ein Buch als Preis erhält. |
Die
Kängurus waren sehr schlecht einsehbar, ich habe mindestens
2 gesehen.
Insgesamt
hat sich "Atlantik" eine regelrechte Wagenburg gebaut
- alles mit rotem Signalband umschlossen. Wir wurden gleich
zu Anfang von der Polizei gewarnt: "Uns wurde angekündigt,
dass jeder angezeigt würde, der dieses Band überschreitet".
Neben
den Kängurus und einer Python führte der Zirkus auch Kamele
und Lamas mit sich. Und Paviane, die ich auch leider nur von
weitem sehen konnte. Sie rannten auf dem ihnen zur Verfügung
stehenden Platz auf einem Wagen hektisch herum, kletterten
an den Stäben entlang und rüttelten mit ihren Händchen an
den Gittern.
| Was
sehen Ihre Kinder?
Sie sehen schöne Tiere, die schöne Kunststückchen
machen. Sie sehen nicht, wie es dazu kommt und überlegen
nicht, welch ein erbärmliches Leben diese "Wunderwesen"
führen.
Wüssten
sie dies, würden sie wahrscheinlich weinen und
keinen Zirkus mehr besuchen wollen. Die Kinder werden
belogen und gewöhnen sich an die Lüge, dass
es eben normal sei, wenn die Tiere gefangen gehalten
werden - schließlich glauben sie noch die größte
Lüge, dass das den Tieren Spaß macht.
Die Kinder sehen keine natürlichen Verhaltensweisen
der Tiere. Sie sehen nur Karikaturen der Tiere, die
ihrer Würde völlig beraubt sind. Dabei lernen
sie, dass es in Ordnung ist, andere fühlende Lebewesen
zu dominieren, zu peitschen, anzuketten.
Der
Zirkus ist mehr als nur ein Freizeitvergnügen.
Hier wird die Herrschaft des Menschen über die
Tierwelt gefeiert. Auf spielerische Weise führt
der Zirkus vor, dass den Menschen das Recht zusteht,
über alle Lebewesen nach Belieben zu verfügen.
Wenn
wir uns von Kindheit an daran gewöhnen, es für
normal zu halten, dass Tiere nach unserer Peitsche zu
tanzen haben, können wir niemals den nötigen
Respekt vor der Würde aller Lebewesen erlernen.
(Aus
dem dort verteilten Flugblatt. Quelle: www.react-online.de
- überreicht durch TIRM) |
Alles
in allem könnte man auch hier wieder die Frage stellen
(siehe auch Demo-Bericht über Althoff),
ob es sich gelohnt hat. Ja! Es lohnt sich immer.
Dass
Zirkus Giovanni Althoff nun in Oppenheim festgesetzt ist und
die Elefanten nicht abtransportiert werden dürfen, ist
ein kleiner Erfolg. Verschiedenste Organisationen (TIRM, Tierversuchsgegner
Hessen, PeTA, BMT und andere) haben dazu beigetragen, dass
die Behörden endlich nicht mehr wegschauen.
Dass nun in der Presse wieder Rührmeldungen erscheinen
und zu Solidarität und Spenden aufgerufen wird, ist sehr
schade. Denn die Leute müssen endlich begreifen, dass
Tierschützer/-rechtler keine Menschenhasser oder Zirkusfeinde
sind, sondern ein sehr verständliches Ziel verfolgen:
Respekt den Tieren gegenüber, Schluss mit Tierquälerei!
Viola
Kaesmacher, Mitglied
im IfT - Internetzwerk für Tiere |