| Zirkuselefanten
(Elephas maximus circensis)**

Bild:
Franz Marc. Zur
Postkarte
Biologie
Im
Gegensatz zu ihren wilden Vettern, welche im tierfeindlichen
Dschungel bzw. in der unübersichtlichen weiten Savanne
verzweifelt nach einer adäquaten Behausung suchen müssen,
haben ihre zivilisierten Artgenossen, die Zirkuselefanten
(Elephas maximus circensis)**
den Vorteil, im gemütlichen und überschaubaren Tierzelt
aus natürlicher Plastikfaser ordentlich nebeneinander
angekettet zu stehen.
Umgebung
Im
Zirkuszelt fühlen sich diese Höhlenbewohner wohl.
Das Zelt sollte farbig gestaltet sein, um dem kritischen Zirkusbesucher
eine optische Ablenkung zu bieten und sein Augenmerk –
an den Tieren vorbei – in Richtung Manege zu lenken,
dem natürlichen Aufenthaltsort eines arbeitenden Zirkuselefanten
(Elephas maximus circensis)**,
in der Regel während 10 Minuten des Tages. Auch die nicht
arbeitenden Elefanten verbringen ihren Tagesablauf in dem
ihnen gewohnten Zelt auf den ihnen vertrauten Holzpaletten
in der ihnen genehmen Kettenhaltung.
-
Diese artgerechte Anbindehaltung an den vorderen und hinteren
Extremitäten bewahrt die Tiere davor, bei allzeit
drohenden Elementarereignissen - wie etwa Erdbeben, Wirbelstürmen
etc. - umzufallen
-
Sie schützt den Elefanten außerdem davor, sich
durch Weglaufen zu verirren
-
Ebenso bewahrt es vor unsicherem Stand beim Zusammenprall
mit Fluginsekten
Leider werden die Tiere für gewöhnlich nicht an
allen vier Füßen fixiert, sondern nur überkreuz
an zwei Beinen. Hier fehlt noch eine verbindlichere Leidlinie.
Wohlbefinden
Zirkuselefanten
(Elephas maximus circensis)**
sind
extrem anspruchslos.
-
Zirkuselefanten
sind von Natur aus unreinliche Tiere, die sich gerne in
den eigenen Fäkalien suhlen
-
Daher
empfehlen wir die Ankettung auf urin- und kotdurchtränkten
Holzpritschen als Mittel der Wahl
-
Eine
allzu häufige Reinigung der Bodenplanken verhindert
zudem eine unnötige Verunsicherung der Tiere: nur
so kann jedes Tier den eigenen vertrauten Duft Tag und
Nacht aufnehmen
Darüber
hinaus vermag der geübte und verantwortungsbewusste Pfleger
auf diese Weise - alleine durch Augenmaß der Menge an
ausgeschiedenen Zuckerwaffeln und ähnlichen gesunden
Grundnahrungsmitteln - die tägliche Futterzufuhr zu bestimmen.
Pflege
Ein
kurzes gelegentliches Benässen der ohnehin wasserscheuen
Tiere (Elephas maximus circensis**)
mit
einem Gartenschlauch (so vorhanden) genügt vollauf als
Hygiene-Maßnahme.
-
Lediglich
beim Erscheinen lokaler Politprominenz, der Presse oder
von Behörden-Vertretern ist es vertretbar, die Gartenschlauch-Abspritzungs-Frequenz
kurzfristig zu erhöhen
-
Klimareize
bieten den Tropentieren - besonders im Winter - eine willkommene
Abwechslung
-
Erfrierungen sind hierbei durchaus willkommen, stimulieren
sie doch den Stoffwechsel und sorgen für eine natürliche
Auslese kränklicher Tiere
Als
unterstützende Maßnahme haben sich in der Praxis
zahlreiche Löcher in der Zeltplane und abgestellte Heizungs-Generatoren
bewährt.
Bewegung
und Beschäftigung
Das
stundenlange Herumirren des frei lebenden, wilden Elefanten
im natürlichen Habitat bleibt dem Zirkuselefanten erspart.
-
Er
verrichtet lediglich eine sechs- bis zehnminütige
Manegenarbeit pro Tag
-
Der
ansonsten geringe Bewegungs- und Beschäftigungsdrang
des Zirkus-Elefanten wird hiermit fast vollständig
abgebaut
-
Den
Rest-Bewegungsdrang kann der Elefant durch Kopfschütteln
– nach Manier eines Wackel-Dackels - spielerisch
abtrainieren.
Musikalische
Elefanten
-
Im Gegensatz zu seinem unkultivierten wilden Artgenossen
hat der besonders zivilisierte Elephantus circensis
maximus althoffi**
ein erweitertes Verhaltensrepertoire entwickelt
-
Mit
oder ohne Musikbegleitung pflegen sich diese musikalischen
Tiere im Tierzelt unentwegt im Tanze hin- und herzuwiegen
-
Dieser Elefantentanz wird vom durchweg gebildeten Publikum
gerne gesehen und dient darüber hinaus auch schon
den Kindern als Anschaungsunterricht für die Entwicklung
der zahlreich vorhandenen Talente dieser Tiere (wenn jene
das Glück haben, in menschlicher Obhut zu leben).
Positiv
getestete Mensch-/Tier-Beziehung
Die
artgerechte Anbinde-Haltung an den vorderen und hinteren Extremitäten
dient dem Wohlbefinden der Elefanten (Elephas maximus
circensis**)
und
ist eine Errungenschaft moderner Tierhaltung. Neben den oben
schon erwähnten Vorzügen erlaubt sie dem eventuell
alkoholisierten Pfleger ein schnelles Auffinden der Tiere.
Bezüglich der Alkoholspiegel-Normalwerte beim Pflegepersonal
fehlt allerdings noch eine verbindlichere Leidlinie. Ein Richtwert
von 1,5 Promille dürfte jedoch bereits einen lockeren
und entspannten Umgang des Dompteurs mit dem Elefantenstachel
und der Peitsche gewährleisten.
Training
Der
Elefantenhaken ist ein bewährtes Instrument, um den Spieltrieb
des Zirkuselefanten (Elephas maximus circensis**)
zu
wecken.
-
Wir
empfehlen allerdings die moderne elektronische Variante,
um eine Verunsicherung des übersensiblen Zuschauers
zu vermeiden
-
Als hilfreich hat sich auch ein Stab mit durch Quasten
getarnter Spitze erwiesen, um sich erst gar keinen Protest
von unqualifizierten Personengruppen zuzuziehen
-
Der Stachel hat aus rostfreiem hygienischem Stahl zu sein,
um ein einwandfreies Abperlen von etwaigen Blutspritzern
für möglichst lange Zeit zu sichern
Richtig
angewandt belebt der Elefanten-Stachel lebenswichtige Akupunkturpunkte
des Zirkuselefanten und animiert das Tier zur spielerischen
Nachahmung der natürlichen Verhaltensweisen wilder Elefanten.
Ausbildung
Auch
der Zirkus-Elefant (Elephas maximus circensis**)
führt
Übungen, die bei den Wildformen vorkommen, gerne in Abwandlungen
auf.
-
Diese
pflegen sich für gewöhnlich nach dem Frühstück
auf die Hinterbeine zu stellen, um nach Löwen auszuspähen
-
Danach vollführen sie einen Kopfstand, um nach Schlangen
Ausschau zu halten
-
Elefanten
heben gerne Rüssel und Beine gleichzeitig und schlendern
diese zum Gruß - um danach mit überkreuzten
Vorderbeinen geheime Riten zu vollführen
-
Das
Wandern über bewegliche, unsichere Klötze ahmt
eine Wanderung in Hügellandschaft nach
-
Besondere
Exemplare sammeln auch in freier Wildbahn Müll mit
dem Rüssel, um ihn in Abfalleimer zu entsorgen
-
Auch
wenn der Elephas
maximus circensis**
i.d.R. bequem und ohne Eigenanstrengung künstlich
befruchtet wird, darf er die Paarung nachahmen, indem
er mit seinen Vorderbeinen auf das Hinterteil anderer
- meist gleichgeschlechtlicher - Artgenossen steigt
Hieraus
resultierende Erscheinungen - wie Beschädigungen des
Rückenmarks, Rüssel-Lähmungen, Arthrose und
andere Beeinträchtigungen – mindern den Gebrauchswert
des Tieres in keiner Weise - es ist bis zum letzten Atemzug
für jeden Spaß zu haben.
Wir
möchten hierzu anmerken, dass eine leichte bis mittlere
Blasenschwäche oder -lähmung durch den Zug am untersten
Lendenwirbel, hervorgerufen durch die lustige Schwanz-an-Rüssel-Polonaise,
vollkommen natürlichen Ursprungs ist, sie dient einer
optimalen Verbreitung der Duftspur: patroullieren doch auch
wilde Elefanten grundsätzlich in Schwanz-an-Rüssel-Formationen
durch den Urwald oder die Steppe, um auf diese Weise ihr Revier
abzustecken.
Einen
Elefanten Elephas maximus circensis**
zu ermutigen, Dinge zu tun, vor denen er sich fürchtet,
spricht nicht nur von außerordentlicher Tierkenntnis,
sondern ist auch sehr ungefährlich - sind doch die durch
diesen positiven Eu-Stress verursachten Verhaltensweisen immer
absolut vorhersehbar. Auch sind hierarchische Strukturen bei
diesen Einzeltieren zu vernachlässigen - Sozialpositionen
innerhalb der Gruppe im Rahmen der Rangordnung gibt es bei
ihnen nicht.
Fortbewegung
Mittels
Ankettung in einem Möbelwagen lässt sich ein Elefant
(Elephas maximus circensis**)
problemlos dauertransportieren und bis zu hundertmal im Jahr
ein- und auspacken.
-
Dabei
bietet grade die Lastwagenplattform einen idealen Lebensraum
für das Tier: Hier ist es vor den Blicken so genannter
Tierschützer verborgen, die Abgase stärken das
Immunsystem und die Dunkelheit erinnert es an die Geborgenheit
einer Höhle. Da spielt es eine untergeordnete Rolle,
wenn es dabei nichts sehen kann: umso besser werden die
übrigen Sensorien geschult!
-
Beim
Bahntransport sollte das Tier einige Stunden bis Tage
knien, um den Waggon nicht unnütz zu beschädigen
und außerdem zu seinem eigenen Wohl bestimmte Muskelgruppen
zu trainieren.
-
Beim Transport des Tieres ist insbesondere auf den Rüssel
zu achten, denn dieser Körperteil wird von den Zirkusfreunden
in aller Welt als Affenschaukel dringend benötigt.
Bequem
auf vier Rädern und ohne die Mühsal strapaziöser
Wanderungen durch die öde Wildnis lernt der Zirkuselefant
so die Welt kennen.
Zusammenfassung
Abschließend
bleibt festzustellen, dass die Haltung von Elefanten im Wanderzirkus
das Beste ist, was sich diese Tiere wünschen können.
Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich um eine mehr
als artgerechte Tierhaltungsform. Allerdings sollte auf den
Auslauf in einem Paddock gänzlich verzichtet werden,
da dies zu Angst-Neurosen führen kann. Verhaltens-Störungen
gibt es bei Zirkuselefanten (Elephas maximus circensis**)
ansonsten
nicht. Auch Leiden oder der Ausdruck von schlechtem Allgemeinzustand
sind nicht bekannt.
*Anmerkung
der Redaktion
Gutachten
zur Haltung von Exoten kann jeder abgeben, der sich dazu berufen
fühlt - insbesondere Heilpraktiker, Bürgermeister
und Hilfskräfte sind hier prädestiniert.
**Glossar:
(über-)lebende Elefantenarten
- Elephas
maximus circensis =
Zirkuselefant
- Elephas
maximus circensis althoffi = Oppenheimer
Zirkuselefant
-
Elephas maximus maximus
= Ceylon Elefant
-
Elephas maximus indicus
= Indischer oder Festland-Elefant
-
Elephas maximus sumatranus =
Sumatra Elefant
- Loxodonta
africana africana
= Afrikanischer Steppenelefant
- Loxodonta
africana cyclotis
= Afrikanischer Wald- oder Rundohr-Elefant
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