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tierdach.de
- die Tierlobby
ist Mitglied im Bündnis für die Befreiung der Althoff-Tiere
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Linktipp
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tierdach-Suche
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Kein
Applaus für Tierquälerei!
TV
- Skandalbeitrag wird wiederholt:
"Tigerbabys ohne Mutter - Flaschenkinder für
die Manege"
Dienstag, 24.08.04 im MDR um 20:45
(Reportage, D 2004) Zirkus Rene und Patricia Althoff
|
Ein
schlimmer Zirkus-Beitrag, einige Zuschauerbriefe und die
Reaktionen...
Herzlichen Dank an all die engagierten Menschen,
die Ihre Meinung zu diesem wichtigen Thema sagen und an
die News-Versender, über die ein hervorragendes Netz
zum Austausch von Informationen funktionert. Untenstehend
finden Sie exemplarisch einen Strang von Reaktionen auf
einen tierfeindlichen und noch dazu unnützen Fernsehbeitrag.
Viola Kaesmacher, 04.05.04
Zuschauerbrief
G. Stammler - Zuschauerbrief K.
Schmidt - Antwort SR - Reaktion
E. Schmidt - Reaktion S. Schreiber
- amüsante Zwischeninfo SR
- Kommentar L. Schwarz - Feedback
H. Rentsch
| ARD-exclusiv
am Freitag, 23. April 2004, 21:45
ARD-exclusiv:
Tigerbabys ohne Mutter - Flaschenkinder für die
Manege
Reportage
von Wolfgang Huhn
„Drei
Tiger gehören zur Dompteurnummer des Zirkus Althoff.
Ihr Dompteur hat sie selbst mit der Flasche groß
gezogen, weil die Mutter sie nicht angenommen hatte.
Das kommt beim ersten Wurf oft vor - im Zirkus wie
in freier Wildbahn. (...)“ |
Zuschauerzuschrift
an den Saarländischen Rundfunk (ARD-exclusiv),
23.04.04
SR
SÜDWEST Fernsehen
Saarländischer
Rundfunk
Funkhaus Halberg
66100 Saarbrücken
Gerlinde
Petrelli
Erika Mahan: Bitte weiterleiten an Herrn Huhn!
Sehr
geehrter Herr Huhn,
lassen
wir einmal dahin gestellt, dass der erste Wurf in freier
Wildbahn angeblich oft nicht angenommen wird, wie Sie behaupten
(s.o.) - Tatsache ist wohl eher, dass "Zirkustiere" völlig
artfremd leben - man sollte wohl besser sagen: vegetieren
- müssen und von daher gar kein artgemäßes Verhaltensrepertoire
entwickeln können. Selbst oft als "Flaschenkinder" groß
geworden, können oder wollen (!) sie keine Elternrolle übernehmen.
Vielleicht sind diese Tiere einfach klüger, als wir - bzw.
vor allem Leute wie Ihresgleichen - denken und wollen ihren
Kleinen das Zirkus-Dasein ersparen. Zumindest bei "Zirkuselefanten"
ist bekannt, dass eine Nachzucht derselben so gut wie immer
scheitert. Kluge Tiere!
Während
ich dies schreibe, füttern in Deutschland gerade tausende
von Menschen kleine Kätzchen im Zwei-Stunden-Takt,
mühevoll und voller Selbstaufopferung, Tag und Nacht.
Was sollte daran also so außergewöhnlich sein?
- Meist sind es allerdings Tierschützer, die diese
Mühen auf sich nehmen, um Leben zu retten und nicht,
um wie die Herrschaften in Ihrem Filmchen, dadurch später
viel Geld zu verdienen: indem sie die Tiere als dressierte
Show-Marionetten benutzen und anschließend ihr Fell,
ihre Knochen und ggfs. auch ihren Penis auf dem asiatischen
Markt äußerst gewinnbringend verschachern. Wenn
man es geschickt anstellt, kann man mit einem toten Tiger
bis zu 250.000 Euro "erwirtschaften" – ein
lohnendes Geschäft!
Oder ist das Aufziehen von Tigerbabys etwa allein deshalb
so lobenswert, weil man damit eine bedrohte Art erhält?
Unter solchen Umständen wohl kaum. Ganz abgesehen davon,
dass es sich bei den Zirkustieren sehr oft um Hybriden (also
Kreuzungen) handelt, wäre es nicht wesentlich sinnvoller,
den Tieren ihren natürlichen Lebensraum zu erhalten
als sie lebenslang einzuknasten? Gehört ein herrliches
Wildtier wirklich auf einen vergitterten LKW-Anhänger?
Alles
Fragen, die Ihre so genannte Reportage nicht einmal gestreift
hat. Hauptgegenstand der Bedenklichkeiten waren hingegen
die Tierarztkosten. Ein derart seichtes Stimmungsgelaber
selbst im Öffentlich-Rechtlichen bringt mich meinem
Vorhaben wieder ein Stück näher, den Fernseher
demnächst abzumelden! Sendungen wie die Ihre sind ein
Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich tatsächlich
für Tiere einsetzen!
Gudrun
Stammler
Zuschauerzuschrift
an den Saarländischen Rundfunk (ARD-exclusiv),
26.04.04
Sehr
geehrter Herr Huhn,
ich
sah Ihre sog. "Reportage" und ich bin empört über
die Verniedlichung, die Einseitigkeit und DEFORMATION dieses
Themas. Dutzi-Dutzi, soo liebe Tierchen und soooo liebevolle
Pflege! Hach, ist das schön! Diese Reportage hätten Sie
sich wirklich sparen sollen!
Ich
muss annehmen, die Zeichen der Zeit sind völlig an Ihnen
vorbeigegangen - lesen Sie keine Zeitungen, bekommen Sie
nicht mit, dass ernstzunehmende Veränderungen im Gange sind,
die Wildtiere in Zirkussen verbieten wollen und werden?
Selbst wenn sie, ach wie niedlich, von "Hand aufgezogen"
sind?
Wer will denn so einen tierfeindlichen und realitätsfernen Quatsch
noch hören? Ich und viele tausende Andere sicher nicht!
Tiere
und besonders Großkatzen ein LEBEN LANG in kleine Käfige
zu sperren, aus denen sie nur zur Dressur und zur allabendlichen
Vorstellung unter höchster Bewachung herausgelassen werden
- die restlichen 22 Stunden vegetieren sie im Gefängnis
dahin - ist ein Verbrechen an diesen einmaligen Wesen.
Oder möchten Sie lebenslänglich in einem Raum eingesperrt
sein, der der Größe Ihres Badezimmers entspricht? Da
nützen Ihnen auch die schönsten Fliesen nichts mehr, Sie
können da nicht mehr raus! Wollen Sie?! Und weil Sie
ja schließlich Hunger haben und essen müssen, machen Sie
so ziemlich alles, was man verlangt. Und wenn nicht - sagen
wir, Sie sind bald wütend und aggressiv, weil man
Ihnen jede Freiheit nimmt - na, da gibt es dann Beruhigungsmittel
und Drogen. Und hat man Sie immer noch nicht klein gekriegt,
verehrter Herr Huhn, dann kommen eben die Elektro-Schläge.
Überallhin, besonders auch dahin, wohin Sie es gar nicht
gerne haben... richtig! Tiger auch nicht, Herr Huhn.
Warum
berichten Sie nicht über die wahre Realität, über das, was
den kleinen Tigerbabies neben diesen Dingen noch alles an
Gemeinheiten, Grausamkeiten, Isolation, Geschäftemacherei
bevorsteht? Lebenslänglich. Warum haben Sie nicht das Rückgrat
und klären auf über erbarmungswürdige Tier-Schicksale hinter
Zirkusgittern? Zirkus, ob groß oder klein, ist knallharte
Geschäftemacherei und keine Tier-Pension!
Bitte
lassen Sie die Finger von diesem Thema, wenn Sie nichts
davon verstehen wollen. Ich finde Ihre Reportage schädlich und
verdummend in Anbetracht dessen, was sich wirklich abspielt.
Öffentlich-Rechtlich? Gute Nacht.
Dutzi-Dutzi!
Karin
Schmidt, Dortmund
Nachtrag
hierzu bei fellbeisser
Anwort
des Saarländischen Rundfunk (ARD-exclusiv)
auf Zuschauerzuschriften, 27.04.04
Saarländischer
Rundfunk
Wirtschaft,
Soziales & Umwelt
Leiter: Wolfgang Wirtz-Nentwig
SB,
27.April 2004
wwirtz@sr-online.de
Tigerbabys
ohne Mutter – Flaschenkinder für die Manege
Liebe
Zuschauerin, lieber Zuschauer,
der
Ausstrahlung unseres Films haben wir mehrere Zuschriften
gleichen - zum Teil sogar fast wortgleichen - Tenors
erhalten, zu denen ich gerne Stellung nehme.
Prinzipiell
nehmen wir Zuschauerreaktionen sehr ernst, weil niemand
sich die Arbeit machen würde, uns zu schreiben,
wenn ihm das Thema nicht sehr wichtig wäre. Den
Vorwurf, wir hätten hier eine falsche „heile
Welt“ dargestellt, kann ich als verantwortlicher
Redakteur in diesem Fall aber nicht nachvollziehen.
Die Grundstimmung des Films war Melancholie; die Bilder
über das Leben der Familie Fischer sprechen für
sich.
„Dicke
Geschäfte“ (eine Zuschauerin hatte gar
von 250.000 Euro Umsatz mit den diversesten Körperteilen
eines toten Tigers geschrieben) machen Frau Fischer
und ihre Söhne ganz sicher nicht; sie kämpfen
täglich ums wirtschaftliche Überleben –
genauso wie sie um das Überleben der kleinen
Tiger gekämpft haben.
Natürlich
ist das Argument richtig, dass Tiger eigentlich in
die freie Wildbahn gehören. Wenn man dieses Fass
aber aufmacht, dann müsste man auch analysieren,
wo es diese Lebensräume überhaupt noch gibt
– und ob das Leben von Millionen kasernierten
Meerschweinchen, Hauskatzen und Schoßhunden
letztlich nicht genauso artfremd und tierfeindlich
ist; gar nicht zu reden von der traurigen Existenz
der unzähligen „Nutztiere“ wie Legehennen,
Schweine, Milchkühe oder gar der Versuchstiere
in Forschungslabors.
Das
aber sind wiederum Themen für sich, mit denen
sich die ARD übrigens seit Jahrzehnten in vielen,
vielen Sendungen immer wieder beschäftigt hat
und beschäftigt. Natürlich
haben Sie recht mit der Feststellung, dass dieser
Film keine abwägende Analyse darstellt unter
dem Titel „Die Lebensbedingungen von wilden
Tieren im Zirkus“. Das war aber auch nicht der
Ansatz dieses Projekts. Die Reportage sollte –
und das ist zunächst einmal typisch für
diese Form der journalistischen Darstellung - einen
Einblick liefern in eine Welt, die den meisten Zuschauern
eher unbekannt ist.
Das
Wesen einer Reportage besteht nicht im Bewerten, sondern
im Zuschauen und Dokumentieren. Dabei wird darauf
vertraut, dass die Zuschauer sehr wohl in der Lage
sind, sich selbst ein Urteil zu bilden, ohne dass
der Autor ständig den erhobenen Zeigefinger bemühen
muss. Und das, so glaube ich, ist bei diesem Stück
sehr gut gelungen.
Es
ist Ihr gutes Recht, die Wildtierhaltung im Zirkus
abzulehnen. Auch ich persönlich war übrigens
schon seit vielen Jahren nicht mehr in einem Zirkus
mit Dressurnummern. Im Falle des gezeigten Zirkus
Althoff können wir aber sagen, das die Tiere
dort - im Rahmen der organisatorischen und finanziellen
Möglichkeiten - gut behandelt und versorgt werden.
Nur: Hätten wir das besonders hervorgehoben,
dann wäre wahrscheinlich der Vorwurf gekommen,
dass das in den meisten Fällen eben nicht so
ist und wir deshalb die Zuschauer falsch informieren
– womit sich der Kreis wieder schließt.
Ich
bitte deshalb um Verständnis, dass wir in diesem
Fall zu einer anderen Einschätzung gekommen sind
als Sie.
Mit
freundlichen Grüßen aus Saarbrücken
Wolfgang
Wirtz-Nentwig |
Antwort
auf Antwort von Tierschützerin auf Saarländischen Rundfunk
(ARD-exclusiv),
28.04.04
|
Antwortbrief auf
Zuschauerbeschwerden
vom Saarländischen Rundfunk, Wirtschaft, Soziales
& Umwelt. Leiter: Wolfgang Wirtz-Nentwig.
Zum Thema: Tigerbabys ohne Mutter - Flaschenkinder
für die Manege. Beitrag von ARD-exclusiv am Freitag,
23. April 2004
Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,
nach der Ausstrahlung unseres Films haben wir mehrere
Zuschriften gleichen - zum Teil sogar fast wortgleichen
- Tenors erhalten, zu denen ich gerne Stellung nehme.
Prinzipiell nehmen wir Zuschauerreaktionen sehr ernst,
weil niemand sich die Arbeit machen würde, uns zu
schreiben, wenn ihm das Thema nicht sehr wichtig wäre.
Den Vorwurf, wir hätten hier eine falsche "heile Welt"
dargestellt, kann ich als verantwortlicher Redakteur
in diesem Fall aber nicht nachvollziehen.
|
Kommentare einer
Tierschützerin |
|
Die Grundstimmung des Films war Melancholie; die Bilder
über das Leben der Familie Fischer sprechen für sich.
|
Nur, wer noch an Märchen glaubt, wird beim Anblick
solcher Bilder melancholisch. Eine andere Grundstimmung,
nämlich Entsetzen über die Zustände, wäre realistischer! |
|
"Dicke Geschäfte" (eine Zuschauerin hatte gar von
250.000 Euro Umsatz mit den diversesten Körperteilen
eines toten Tigers geschrieben) machen Frau Fischer
und ihre Söhne ganz sicher nicht; |
(Vielleicht
NOCH nicht. Weil sich die Gelegenheit noch nicht bot?
Weil man wie viele Zirkusleute nicht lesen kann? Wenn
man aber erst einmal merkt, wie die Sache funktioniert,
dann gehen viele Tiger diesen Weg! - Vielleicht
einfach mal besser recherchieren, anstatt melancholische
Stimmungsbilder abzuliefern?) |
|
sie
kämpfen täglich ums wirtschaftliche Überleben - genauso
wie sie um das Überleben der kleinen Tiger gekämpft
haben. Natürlich
ist das Argument richtig, dass Tiger eigentlich in
die freie Wildbahn gehören. |
Um diese Alternative geht es aber nicht allein, es
geht auch darum, Wildtiere nicht unter diesen entsetzlichen
Bedingungen zu halten!
|
|
Wenn man dieses Fass aber aufmacht, dann müsste man
auch analysieren, wo es diese Lebensräume überhaupt
noch gibt - und ob das Leben von Millionen kasernierten
Meerschweinchen, Hauskatzen und Schoßhunden letztlich
nicht genauso artfremd und tierfeindlich ist; gar
nicht zu reden von der traurigen Existenz der unzähligen
"Nutztiere" wie Legehennen, Schweine, Milchkühe oder
gar der Versuchstiere in Forschungslabors.
|
Wenn man mit seinen Argumenten nicht mehr weiter kommt,
wird gerne mal ein Unrecht gegen ein anderes aufgewogen...
|
|
Das aber sind wiederum Themen für sich, mit denen
sich die ARD übrigens seit Jahrzehnten in vielen,
vielen Sendungen immer wieder beschäftigt hat und
beschäftigt. |
Der Begriff "beschäftigt" ist sehr dehnbar. Dabei
kann alles mögliche herauskommen, wie man sieht... |
|
Natürlich haben Sie recht mit der Feststellung, dass
dieser Film keine abwägende Analyse darstellt unter
dem Titel "Die Lebensbedingungen von wilden Tieren
im Zirkus". Das war aber auch nicht der Ansatz dieses
Projekts. Die Reportage sollte - und das ist zunächst
einmal typisch für diese Form der journalistischen
Darstellung - einen Einblick liefern in eine Welt,
die den meisten Zuschauern eher unbekannt ist.
|
Stimmt: einen FALSCHEN, nämlich verlogenen Einblick
durch die rosarote Brille!
Mit verantwortungsvollem Journalismus hat eine Verzerrung
der Wirklichkeit nichts zu tun. |
|
Das Wesen einer Reportage besteht
nicht im Bewerten, sondern im Zuschauen. |
(sprich: WEGSCHAUEN?)
und Dokumentieren
(sprich: VERTUSCHEN?) |
|
Dabei wird darauf vertraut, dass die Zuschauer sehr
wohl in der Lage sind, sich selbst ein Urteil zu bilden,
ohne dass der Autor ständig den erhobenen Zeigefinger
bemühen muss. Und das, so glaube ich, ist bei diesem
Stück sehr gut gelungen.
Es ist Ihr gutes Recht, die Wildtierhaltung im Zirkus
abzulehnen. Auch ich persönlich war übrigens schon
seit vielen Jahren nicht mehr in einem Zirkus mit
Dressurnummern. |
Ein Hoch auf den
mündigen Zuschauer!
Zwar hieß es gerade noch, diese Welt sei dem Zuschauer
"eher UNBEKANNT" - dennoch soll er aber in der
Lage sein, das Unbekannte zu bewerten? |
|
Im Falle des gezeigten Zirkus Althoff
können wir aber sagen, das die Tiere dort - im Rahmen
der organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten
|
-
aber nicht im Rahmen einer akzeptablen Tierhaltung(!) |
|
gut
behandelt und versorgt werden. Nur: Hätten wir das
besonders hervorgehoben, dann wäre wahrscheinlich
der Vorwurf gekommen, dass das in den meisten Fällen
eben nicht so ist und wir deshalb die Zuschauer falsch
informieren - womit sich der Kreis wieder schließt. |
Wie wäre es einfach
mal mit der WAHRHEIT - ohne Rücksichten auf irgendwelche
Zuschauermeinungen?!!! |
|
Ich bitte deshalb um Verständnis, dass wir in diesem
Fall zu einer anderen Einschätzung gekommen sind als
Sie. |
MEINE Einschätzung
liest eine Hand voll Leute, IHRE Einschätzung sehen
Millionen. Das ist der UNTERSCHIED. |
|
|
Elisabeth Schmidt,
28. April 32004 |
Antwort
auf die Rechtfertigungsversuche eines TV-Journalisten
(Saarländischer
Rundfunk; ARD-exclusiv),
29.04.04
Guten
Tag, Herr Wirtz-Nentwig,
Ihre
Nachricht wurde mir in Kopie zugeschickt, wofür ich
sehr dankbar bin. Ich muss gestehen, dass ich den Beitrag,
um den es hier im Detail geht, nicht gesehen habe. Doch
das muss ich sicher auch nicht. Schließlich gleicht
ein Beitrag über die "bunte Welt des Zirkus"
dem anderen.
Sie
schreiben von Melancholie als Grundstimmung des Films. Nun,
diese Melancholie betraf vermutlich jeden intelligenten
Zuschauer, der sich auch nur ein bisschen mit den Lebensbedingungen
exotischer Tierarten befasst hat. Ich würde diese Melancholie
jedoch schlichtweg tiefe Traurigkeit nennen, denn traurig
kann man dabei wahrhaftig werden, wenn man beobachtet, wie
die Medien ihren Status ausnutzen, um Tierausbeutung zu
beschönigen.
Ferner
schreiben Sie, dass Frau Fischer und Ihre Familie um ihr
wirtschaftliches Überleben kämpfen. Mit Verlaub
- das tun wir alle irgendwie. Es ist nur die Frage, wie
weit man hierbei geht. Früher hat man sich Behinderter
oder Sklaven bedient, um sich zu bereichern bzw. zu amüsieren.
In Thailand verkauft man junge Mädchen, um für
seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Pelzfarmen häuten
Tiere, um sich zu bereichern. Vermutlich würde Frau
Fischer nebst Anhang viel leichter für ihren Lebensunterhalt
sorgen können, wenn sie einer vernünftigen Tätigkeit
nachgehen würde. Aber hierzu ist Vernunft eben eine
Grundvoraussetzung. Zudem versteht es sich von selbst, dass
um das Leben der Tiger-Babys gekämpft wird. Schließlich
ist man in nicht unerheblichen Maß an ihrem Schicksal
beteiligt. Derlei Beweihräucherungen lassen wir also
besser sein. Jeder Mensch kann sich größtenteils
sein Leben aussuchen - Tiere leider nie.
Gut,
dass Sie selbst einsehen, dass Tiere in die freie Wildbahn
gehören. Tiere, die in tropischen Gebieten, fernab
unserer Zivilisation leben, KÖNNEN nicht artgerecht
gehalten werden. Aber selbst die so genannten "Nutztiere"
- dieses Wort sollte eigentlich längst genauso verabscheut
werden, wie der menschenverachtende Begriff "Neger"
oder andere. Was ist denn daran so spaßig, wenn Schweine
oder Pferde mit Peitschenknallen durch eine Manege gejagt
werden? Finden Sie das lustig? Mir mag es an dem entsprechenden
Humor mangeln - doch nein, ich finde das nicht lustig, es
veranlasst mich noch nicht einmal zum trägen Schmunzeln.
Schön,
dass Sie die fürchterlichen Zustände der so genannten
Nutztiere in Massenbetrieben, Forschungslabors etc. erwähnen.
Was hindert Sie nun daran, über DIESE Zustände
zu berichten? Die Angst vor den Landwirtschafts- oder Pharmaindustrieverbänden?
Statt Tierausbeutern die Möglichkeit zu geben, ein
Trugbild zu schaffen und aufrichtige wenn auch weniger informierte
Tierfreunde zu täuschen, sollten Sie knallharte Fakten
vorlegen. Aber vermutlich ist der Journalismus auch nicht
mehr das, was er mal war... Im Übrigen glaube ich nicht,
dass Sie selbst etwas gegen das Elend der Masttiere oder
Versuchsopfer beitragen, indem Sie vegan oder vegetarisch
leben bzw. darauf achten, Produkte zu kaufen, die nicht
im Tierversuch getestet wurden. Denn nur dann, Herr Wirtz-Nentwig,
steht es Ihnen zu, aufrichtiges Bedauern zum Ausdruck zu
bringen. Alles andere ist genauso heuchlerisch wie die scheinbare
Aufopferung einer Familie, die Tiger-Babys zunächst
pflegt, um sie später durch brennende Reifen zu jagen
oder sie sonstige alberne Kunststücke aufführen
zu lassen.
Wenn
Sie sagen, dass das Wesen einer Reportage nicht im Bewerten,
sondern im Zuschauen besteht, kann ich mir - realistisch
wie ich bin - in etwa ausrechnen, wann es die ersten Live-Kinderschändungen
oder Vergewaltigen gibt. Denn nur weil etwas schlecht ist,
muss man es den anderen ja nicht als etwas Schlechtes verkaufen,
nicht wahr? Es reicht zunächst, wenn man seine eigene
Seele verkauft, später die Wahrheit - und irgendwann
die anderen für dumm verkauft.
Es
erscheint mir sinnlos, weiter auf Sie einzureden. Sie zu
bitten, einen anderen Weg einzuschlagen und knallharten,
ehrlichen Journalismus zu liefern, mag aussichtslos sein,
weil sie es bevorzugen, gemütliche Zirkus-Soaps zu
verfassen. Tun Sie sich am besten mit Pro7 bzw. "Galileo"
zusammen. Diese Sendung ist schon seit langem darin Meister,
Tierausbeutung in nahezu romantischer Atmosphäre dem
oberflächlichen Zuschauer zu servieren. Wie „ärgerlich“,
dass die Zahl derer, die sich für die eine bessere
Welt einsetzen, kontinuierlich zunimmt - es wird langsam
ungemütlich in Deutschland, zumindest für Leute
wie Ihresgleichen.
Nichts
für ungut, Herr Wirtz-Nentwig - aber Sie sind absolut
unglaubwürdig und stehen im Dienste einer mensch- und
tierverachtenden Organisation. Meiner Meinung nach sollte
man nicht den Totschläger nach der Richtigkeit seiner
Beweggründe fragen. Denn sehen Sie - wenn ich wissen
möchte, ob zum Beispiel Tierversuche vertretbar oder
notwendig sind, hat es keinen Sinn, wenn ich mich an das
Max-Planck-Institut oder an die Affenmörder der Firma
COVANCE wende. Sie begreifen jetzt wohl immer noch nicht,
was ich meine…?
Ihre
Aufgabe als Journalist haben Sie weit, w e i t verfehlt...
Mit
eher verhaltenen, wenn nicht gar sarkastischen Grüßen
Sabrina
Schreiber
Antwort
auf Antwort auf Antwort vom Saarländischen Rundfunk
(ARD-exclusiv),
29.04.04
Inklusive
(vermutlich unbeabsichtigt mitgeschickter) Jammernote für
Kollegen:
"[...] Der
Kampf geht weiter
[...]"?!
-----Ursprüngliche
Nachricht-----
Von: Wirtz-Nentwig Wolfgang
[mailto:wwirtz@sr-online.de]
Gesendet: Donnerstag, 29. April 2004 19:09
An: Sabrina Schreiber
Betreff: WG: Antwortbrief auf Zuschauerbeschwerden
Liebe Frau Schreiber,
vielen Dank für Ihre ausführliche Mail. Sie ist ein
Zeugnis dafür, dass Ihnen der Tierschutz ein ernsthaftes
Anliegen ist, und das ist sehr zu begrüßen.
Ich staune allerdings darüber, was für ein dezidiertes
Urteil sie sich über unsere Reportage - und sogar
über meine Person! - bilden können, obwohl wir uns
noch nie begegnet sind und Sie noch nicht einmal den
Film gesehen haben...
Telepathie?
So einfach ist die Welt leider nicht.
Dennoch schönen Abend!
Wolfgang Wirtz-Nentwig
SAARLÄNDISCHER RUNDFUNK
Wirtschaft, Soziales & Umwelt FS
66100 Saarbrücken
&: ++49 - (0)681-602-3112
*: wwirtz@sr-online.de
>
-----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: Wirtz-Nentwig
Wolfgang
> Gesendet am: Donnerstag, 29.
April 2004 10:28
> An: Klein Norbert; Wirtschaft
FS gesamt; 'quermedia@xxx'
> Betreff: WG: Antwortbrief auf
Zuschauerbeschwerden
>
> Lieber Norbert, liebe KollegInnen,
>
> nur mal zu Eurer Info, auf welchem Niveau hier
gekämpft wird ....
>
> Abgesehen davon sind aber auch zahlreiche positive
Kritiken zu diesem
> Film an mich herangetragen worden.
>
> Der Kampf
geht weiter!
>
> Wolfgang
>
> Wolfgang Wirtz-Nentwig
> SAARLÄNDISCHER RUNDFUNK
> Wirtschaft, Soziales & Umwelt FS
> 66100 Saarbrücken
>
> &: ++49 - (0)681-602-3112
> *: wwirtz@sr-online.de
|
Kommentar auf Antwort
des Saarländischen Rundfunk (ARD-exclusiv)
von Tierschützer, 30.04.04
Hallo,
auch ich habe die gleiche Antwort von diesem Herrn bekommen.
Auch ich habe ihm zurück geschrieben. Es gibt gerade unter
den Journalisten immer mehr Menschen, die abseits der Realität
leben. Schau Dich um: Siehst Du im Fernsehen oder in der
Zeitung die Realität? Es wird ein "verschönertes"
Bild gezeichnet. Das kommt daher, dass sich schlechte Nachrichten
(deshalb ist auch eine Tagesschau nicht realistisch) schlechter
verkaufen lassen. [...] Niedliche Bilder sind besser für
die Einschaltquoten. Die paar Tierschützer, die da protestieren
(leider sind viele Menschen eingelullt von dieser "Soap")
das nimmt man in Kauf. Irgendwo verständlich: Die meisten
Menschen haben nach des Tages Frust genug. Sie wollen nur
noch abschalten. Aber genau das wäre der Ansatzpunkt, wo
Journalismus anzusetzen hätte: Was sind die Hintergründe
für diesen Frust, der allmählich gefährliche (amerikanische)
Verhältnisse annimmt? Das wäre eine Frage an Soziologen,
Wissenschaftler, Psychologen. [...]
Und da noch ein Journalist, der niedliche Tigerbabys filmt
und die Zirkusleute, die das tun, vor Kritik in Schutz nimmt.
Tierschützer, die jeden Tag mit dem Dreck konfrontiert werden,
den andere in vielerlei Bereichen der Tierhaltung und in
Verbindung mit Tieren anrichten, werden zumindest ignoriert.
Parallelen in diesem Bereich, wie auch in den gefährlichen
Strömungen eines ungehemmten Sozialabbaus und in vielen
anderen Bereichen finden wir in der Geschichte wieder. Das
Fass, das da zum Überlaufen gebracht wird ist wieder einmal
auf die Unkenntnis und Ignoranz der Mächtigen und Herrschenden
zurückzuführen. [...]
Hoffentlich merkt nun jede(r), was in diesem Land vor sich
geht! [...] Auch Journalisten wurden auf diese Umstände
schon hingewiesen. Aber: anscheinend kein Interesse! Die
"Sorgen" der Mächtigen und Prominenten, die sich
z.B. unglücklich verliebt haben, sind scheinbar wichtiger
als das, was sich da "ganz unten" tut. Dabei ist
es bei den Tieren das Selbe: Während die Katze des Prominenten
bei jedem Pups in der Presse steht, ist das Verrecken von
100.000ten anderen Katzen (z.B. in den Versuchslabors) egal.
Während die Pferde von Reichen ein eigenes Solarium haben,
verenden andere auf dem Weg zur Schlachterei in den Transportautos.
Lothar
Schwarz, 30.04.04
[Brief gekürzt]
Antwort auf Antwort
Saarländischen Rundfunk (ARD-exclusiv)
eines Tierschützers, 03.05.04
|
Antwortbrief auf
Zuschauerbeschwerden
vom Saarländischen Rundfunk, Wirtschaft, Soziales
& Umwelt. Leiter: Wolfgang Wirtz-Nentwig.
Zum Thema: Tigerbabys ohne Mutter - Flaschenkinder
für die Manege. Beitrag von ARD-exclusiv am Freitag,
23. April 2004
Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,
nach der Ausstrahlung unseres Films haben wir mehrere
Zuschriften gleichen - zum Teil sogar fast wortgleichen
- Tenors erhalten, zu denen ich gerne Stellung nehme. |
Rück-Antwort eines
Tierschützers
Sehr
geehrter Herr Wirtz-Nentwig
Ich
habe unteren Schriftverkehr ebenfalls zugeleitet bekommen
und will Sie mit ein paar Fakten vertraut machen,
von denen Sie nichts wissen dürften.
Aus diesem Grund habe ich Ihr Antwortschreiben noch
einmal oben einkopiert.
Der Einfachheit halber schreibe ich zwischen die Zeilen. |
|
Prinzipiell nehmen wir Zuschauerreaktionen sehr ernst,
weil niemand sich die Arbeit machen würde, uns zu
schreiben, wenn ihm das Thema nicht sehr wichtig wäre.
Den Vorwurf, wir hätten hier eine falsche "heile Welt"
dargestellt, kann ich als verantwortlicher Redakteur
in diesem Fall aber nicht nachvollziehen. Die Grundstimmung
des Films war Melancholie; die Bilder über das Leben
der Familie Fischer sprechen für sich. |
Richtig,
Herr Wirtz-Nentwig, Sie
können es nicht nachvollziehen, weil Sie die Materie
nie genau kennen gelernt haben, sondern ausschließlich
auf das hören, was Ihnen die Zirkusleute erzählen.
Sie haben nicht hinter die Kulissen geschaut, sondern
sich die Kulissen "erklären" lassen. So
kann eine Reportage für involvierte Tierfreunde sehr
schnell den Eindruck der Einseitigkeit erwecken, auch
wenn es von Ihnen vielleicht überhaupt nicht gewollt
war. Ihre Argumentation spricht allerdings dagegen.
Hier kann man wirklich das Gefühl bekommen, dass Sie
pro Wildtierzirkus eingestellt sind. Andernfalls wären
Ihre Argumente besser ausgefallen.
|
|
"Dicke Geschäfte" (eine Zuschauerin hatte gar von
250.000 Euro Umsatz mit den diversesten Körperteilen
eines toten Tigers geschrieben) machen Frau Fischer
und ihre Söhne ganz sicher nicht; sie kämpfen
täglich ums wirtschaftliche Überleben - genauso wie
sie um das Überleben der kleinen Tiger gekämpft haben.
|
Was
ihnen da die Zuschauerin geschrieben hat und über
das Sie sich anscheinend ziemlich aufregen, ist gar
nicht so an den Haaren herbeigezogen. Zwar braucht
es nicht auf diesen Zirkus zuzutreffen, ist allerdings
schon mehrfach vorgekommen. Das macht man natürlich
nicht mit den kleinen Tigerbabys, sondern mit den
Tieren, die in einem Betrieb nach einigen Jahren der
Peinigung "übrig geblieben" sind, wenn sie
bspw. durch die ganzen Schikanen bösartig wurden
und so nicht mehr zum Geldverdienen taugen.
Die
Entsorgungspraktiken sind hierbei vielfältig. Ein
Beispiel wäre folgendes: Link
zur Seite 'Zooschweinereien' - Zirkustiger endete
als Fußbodenbelag
Und damit nicht
genug, sehr geehrter Herr Wirtz-Nentwig.
Einige Zirkusunternehmen haben mittlerweile entdeckt,
dass man auch mit Artenschmuggel Geld verdienen kann,
wie Sie aus folgender Meldung ersehen können:
"[...]
Vor zwei Jahren befreite die NABU-Wildhütereinheit
Gruppa Bars in der kirgisischen
Hauptstadt Bishkek zwei
Schneeleoparden aus einem russischen Wanderzirkus.
Die Tiere waren als Leoparden deklariert und in einem
Container mit anderen Großkatzen untergebracht. Da
Schneeleoparden nur selten im Zirkus auftreten war
der Fund ein starkes Indiz dafür, dass der Zirkus
am Schmuggel der Tiere beteiligt war.[...]" Dieser
Text stammt übrigens von der Homepage
des ZDF.
Das
muss natürlich nicht auf unser besprochenes Unternehmen
zutreffen, zeigt aber allzu deutlich, wie Tiere im
Zirkus teils zu einer reinen Ware verkommen, mit der
man Profit machen kann. Und nichts anderes wird mit
Zirkustieren bei der Dressur angestellt: züchten und
ausbeuten, um mit dem Leid der Tiere Geld zu verdienen!
Und
ich gebe Ihnen die Garantie: Kein Zirkusunternehmen
wird sich mit Ihnen vor laufender Kamera darüber unterhalten,
was sie mit den nicht mehr ganz jungen, durch Haltung
und Dressur gesundheitlich geschädigten und bösartig
gewordenen, Tieren anstellen (anstellen lassen) wenn
"ihre Zeit gekommen ist". Das gleiche Elend haben
wir bei Zoos. Wo Jungtiere gezüchtet werden, müssen
ältere Tiere weg. Vielleicht haben Sie schon davon
gehört.
Hätten
Sie ein, zwei Jahrhunderte früher gelebt, hätten Sie
vielleicht über das Für und Wieder der Sklavenhaltung
berichtet, ohne dabei an die Gefühle der versklavten
Menschen zu denken, weil es zu dieser Zeit völlig
normal war, derart zu berichten.
|
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Natürlich ist das Argument richtig, dass Tiger eigentlich
in die freie Wildbahn gehören. Wenn man dieses Fass
aber aufmacht, dann müsste man auch analysieren, wo
es diese Lebensräume überhaupt noch gibt - und ob
das Leben von Millionen kasernierten Meerschweinchen,
Hauskatzen und Schoßhunden letztlich nicht genauso
artfremd und tierfeindlich ist; gar nicht zu reden
von der traurigen Existenz der unzähligen "Nutztiere"
wie Legehennen, Schweine, Milchkühe oder gar der Versuchstiere
in Forschungslabors. |
Kennen
Sie das Sprichwort, man soll nicht versuchen, den
Teufel mit dem Belzebub auszutreiben?
Wenn ein Zustand schlimm ist, kann man ihn nicht mit
anderen schlimmen Dingen aufwiegen, um ihn damit zu
verniedlichen oder gar zu rechtfertigen.
Stellen
Sie sich eine derartige Argumentation einmal bei einem
Massenmörder vor Gericht vor, dessen Verteidiger seine
Tat damit verniedlicht, dass die Deutschen in der
Vergangenheit auch nicht zimperlich mit einigen Volksgruppen
umgegangen sind. Argumentationen wie diese ziehen
nicht und lassen lediglich eine Art Hilflosigkeit
erahnen, weil wirkliche Argumente fehlen.
Das
gleiche schlechte Argument mit dem Lebensraum: Sie
meinen, weil der Mensch den Lebensraum der Tiger kaputtmacht,
darf er die Tiger einsperren und an ihrem Leid profitieren?
Das ist praktisch Ihre Aussage!
Würden
Sie so argumentieren, wenn es um den Lebensraum der
Indianer geht? Urvölker vielleicht einsperren und
ausstellen, nur weil man ihnen zuvor den Lebensraum
genommen hat? Schlimm genug, dass so genannte "Wilde"
vor gar nicht langer Zeit bei Hagenbeck
in Käfigen ausgestellt wurden - genau wie jetzt die
Zirkustiere! |
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Das aber sind wiederum Themen für sich, mit denen
sich die ARD übrigens seit Jahrzehnten in vielen,
vielen Sendungen immer wieder beschäftigt hat und
beschäftigt. |
Diese
Sendungen haben wenig Sinn, wenn Sie einmal so und
dann wieder so berichten.
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Natürlich haben Sie recht mit der Feststellung, dass
dieser Film keine abwägende Analyse darstellt unter
dem Titel "Die Lebensbedingungen von wilden Tieren
im Zirkus". Das war aber auch nicht der Ansatz dieses
Projekts. Die Reportage sollte - und das ist zunächst
einmal typisch für diese Form der journalistischen
Darstellung - einen Einblick liefern in eine Welt,
die den meisten Zuschauern eher unbekannt ist.
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Seien
Sie mal ehrlich. Den Einblick, der den meisten Zuschauern
eher unbekannt ist, haben Sie ihnen doch - genau wie
es Zirkusunternehmen zu pflegen tun - ebenfalls verwehrt.
Eine
Reportage die bspw. den Tiertod aller Tiere im
Zirkus beinhaltet, zumal dieses Thema zu einer umfassenden
Aufklärung dazugehört, hätten Sie eh nicht drehen
können, weil das die wirklichen Heimlichkeiten der
Zirkusunternehmen sind.
Ähnliche
Begebenheiten kennen wir von Zoobetrieben, die groß
mit Artenschutz tönen, ihre Jungtiere jedoch nach
Saisonschluss klammheimlich um die Ecke bringen (lassen).
Wenn Sie mögen, können Sie sich zu diesem Thema diese
Texte: Zoos - Durchgangslager für Todeskandidaten
durchlesen - und dazu noch diesen:
Die große Lüge von der Arche Noah Zoo oder
- Wie entsorgt man am besten "artgeschützte"
Jungtiere die "über" sind.
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Das Wesen einer Reportage besteht nicht im Bewerten,
sondern im Zuschauen und Dokumentieren. Dabei wird
darauf vertraut, dass die Zuschauer sehr wohl in der
Lage sind, sich selbst ein Urteil zu bilden, ohne
dass der Autor ständig den erhobenen Zeigefinger bemühen
muss. Und das, so glaube ich, ist bei diesem Stück
sehr gut gelungen. |
Das
ist nicht ganz richtig. Die Masse der Zuschauer ist
vorverblödet worden, so dass sie eh schon eine vorgefasste
Meinung hat. Ein gutes Beispiel wäre die Angst vor
Spinnen, die einem schon in der Kindheit andressiert
wird oder - noch krasser - die Auffassung, dass die
Kühe von Natur aus lila sind.
Und so etwas lässt sich nur ändern, wenn man wirklich
über alles berichten kann. Haben Sie die Zirkusunternehmen
einmal gefragt, was mit ihren ausgedienten bzw. durchgedrehten
Tieren geschieht? - Ein Thema, über welches
so gut wie nie berichtet wird, zumal es in diesem
Zusammenhang nicht im Interesse des Zuschauers ist.
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Es ist Ihr gutes Recht, die Wildtierhaltung im Zirkus
abzulehnen. Auch ich persönlich war übrigens schon
seit vielen Jahren nicht mehr in einem Zirkus mit
Dressurnummern. |
Wenn
Sie es wegen der Tiere nicht mehr getan haben sollten,
würde es für Sie sprechen.
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Im Falle des gezeigten Zirkus Althoff
können wir aber sagen, das
die Tiere dort - im Rahmen der organisatorischen und
finanziellen Möglichkeiten - gut behandelt und versorgt
werden. |
...wie
man an dem Tod der kleinen Tiger sehen konnte, der
a)
durch die verhaltensgestörte Mutter, die ihre Jungen
(aus gutem Grund) verstieß, hervorgerufen durch artwidrige
Haltung und danach
b)
durch unsachgemäße Aufzucht von Menschen verursacht
wurde. Sie erinnern sich? Der Tierarzt wurde erst
geholt, als die große Scheißerei der Kleinen bereits
da war!
Mit
Tieren kann man es ja machen. Das war nie anders -
und man wird indirekt noch dafür belohnt, wenn man
solche kleinen Tiere öffentlich tot pflegt, weil die
breite Masse wieder an die ach so gebeutelten "armen"
Menschen denkt, die doch nur "das Beste" für die Tiere
wollten.
Hätten
sie wirklich das Beste für die Tiere gewollt, hätten
sie auf sie verzichtet, so wie andere Zirkusunternehmen
auch!
Wie die Praxis zeigt, ist das Beste oft nicht gut
genug, weil Menschen mit derartigen Tieren meist nicht
richtig umgehen können, zumal sie gar nicht die Zeit
haben, diese Tiere - ob groß, ob klein - wirklich
zu verstehen. Zudem ist eine Welpenaufzucht dieser
Art ein Fulltimejob und kann nicht neben anderen Arbeiten
erledigt werden. Letzteres kam aber in Ihrer Reportage
so rüber!
Da
ist so mancher Hauskatzenbesitzer in punkto Einfühlungsvermögen
wesentlich weiter, weil er das Tier nicht zum Erwerb
hält, sondern ihm etwas Gutes tun will und dafür noch
eine Menge Geld hergibt, anstatt es auf dem Rücken
der Tiere zu verdienen.
Und
noch eins: "...wenn sie gut behandelt und versorgt
werden", so wie Sie schreiben, wundert es mich
doch sehr, dass wegen der hohen Tierarztkosten herumgestöhnt
wurde. Das würden wahre Katzenfreunde nie und nimmer
machen. Wenn einem ein Tier wirklich am Herzen liegt,
ist das Wohlbefinden alles, was einen interessiert,
insbesondere bei solch einem extremen Fall! Und wenn
man sich einen fachkundigen Tierarzt für einen Tiger
nicht leisten kann, dann darf man solche Tiere eben
nicht halten!
Würden Sie mir verraten, wie hoch die Tierarztkosten
waren? Oder waren sie gar nicht so hoch, weil die
Höhe in der Reportage überhaupt nicht erwähnt wurde? |
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Nur: Hätten wir das besonders hervorgehoben, dann
wäre wahrscheinlich der Vorwurf gekommen, dass das
in den meisten Fällen eben nicht so ist und wir deshalb
die Zuschauer falsch informieren - womit sich der
Kreis wieder schließt. |
Sie
konnten die Zuschauer nicht vollständig informieren,
so dass sich der Kreis eh geschlossen hat - so wie
wir es von den Medien gewohnt sind.
Mit
freundlichen Grüßen
Helmut
Rentsch, 3. Mai 2004 |
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PS: Sie
schrieben (Zitat:) "[...]
sie kämpfen täglich ums wirtschaftliche Überleben
- genauso wie sie um das Überleben der kleinen Tiger
gekämpft haben.
[...]"
Haben
Sie sich einmal überlegt, warum es anderen Zirkusunternehmen
wie bspw. Flik-Flak, der
keine Tiere im Programm hat, wirtschaftlich besser
ergeht? Vielleicht weil die Kosten für die Tiere viel
zu hoch sind und außerdem immer weniger Menschen diese
Quälerei mit ansehen wollen?
Und
wenn jemand um das Leben gekämpft hat, dann waren
es wohl eher die kleinen Tiger! Haben Sie schon vergessen,
dass sie es waren, die mit ihrem Leben für die Belange
der Menschen büßen mussten?
Das
wurde in der Reportage natürlich anders hingedreht.
Die Leidtragenden waren wieder einmal die Menschen,
nicht die kleinen Tiere, die unter fürchterlichen
Todeskrämpfen starben. Schließlich geht es (wie fast
immer) in erster Linie um die Menschen, völlig gleichgültig,
was sie mit ihren Mitgeschöpfen anstellen. Das zu
hinterfragen wäre ja nicht unbedingt publikumswirksam... |
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Linktipps
für News:
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Kein
Applaus für Tierquälerei!
Die
Bilder auf diesen Seiten wurden in verschiedenen Zirkussen aufgenommen.
Leider sind dies keine Ausnahmefälle, sondern typische Beispiele
für das Leben der Tiere im Zirkus. Aus diesem Grund ist es
auch nicht relevant, in welchem Zirkus genau welche Bilder entstanden.
Bei Verstößen gegen die geltenden Leitlinien wurden von
Tierschützern bereits entsprechende Schritte in die Wege geleitet.
Alle Verfahren sind abgeschlossen. Zum Teil konnten die Tiere aus
der schlechten Haltung gerettet werden - größtenteils
erleiden sie - bzw. ihre Nachfolger - noch immer ihr tristes Dasein.
Was
Sie persönlich tun können, um Tieren im Zirkus zu helfen!
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tierdach.de
- die Tierlobby. Tierportraits,
Tierschutz, Tierrechte - News, Linktipps, Service.
Für die Tiere ohne Lobby.

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