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Lausige
Zeiten

… erlebte das Shetlandpony „Minimo“. Nachdem der
kleine Hengst zwei Jahrzehnte für seinen Zirkus gearbeitet
hatte, bekam er das „Gnadenbrot“: verschimmeltes Heu
und wenig Wasser.
Das – inzwischen völlig verwahrloste – Pferdchen
verbrachte seinen trostlosen Lebensabend ohne Gesellschaft, in einer
finsteren Wagenecke. Dort wurde es schamhaft vor dem Publikum versteckt,
weil sein einstmals so schönes schwarzes Fell wie von Motten
zerfressen war. Der Grund: Haarlinge, läuseähnliche Parasiten,
die einen äußerst quälenden Juckreiz verursachen.
Das gepeinigte Tier war seinen Plagegeistern schutzlos ausgeliefert;
es hatte nicht einmal Gelegenheit, sich durch Scheuern Linderung
zu verschaffen! Das Pferdchen war außerdem stark ausgetrocknet
und abgemagert. Ein Tierarzt wurde nicht geholt.
Tierfreunde kauften schließlich das arme Geschöpf und
ließen es erfolgreich behandeln. Auch die stümperhaft
verschnittenen und fauligen Hufe wurden endlich fachmännisch
gepflegt. Das – nunmehr – anständige Futter (samt
ausreichender Trinkwasser-Versorgung!) sowie der Weidegang unter
„Kollegen“ brachte schließlich wieder Leben in
die verkümmerte Pferdeseele.
Verformt:
Pantoffelhufe


Zustand
der Hufe bei einem Zirkus-Fohlen, welches mehrere Monate im umgebauten
Möbelwagen „verstaut“ worden war. So etwas nennt
sich „Winterquartier“. Anschließend kam das junge
Tier an die Kette.
Versifft:
Tarzan hat Atemnot

Der
Schimmelhengst „Tarzan“ ist lungenkrank.

Er
ist stark dämpfig und bekommt nur sehr schwer Luft.

Weidegang
und eine staubarme Umgebung könnten ihm Erleichterung verschaffen.

Im
Tierzelt steht er auf urindurchfeuchteten Brettern.
- Bewegung:
keine, stattdessen: quälende Daueranbindehaltung. Lediglich
für einen dreiminütigen Auftritt in der Manege darf
er seinen Fress-Liegestand verlassen, d. h. er wird aus dem Ständer
gezerrt, wenige Schritte bis zum Zirkuszelt geführt und dann
aus dem Stand heraus in die Manege gejagt. Hier muss er "wild"
galoppieren und "steigen". Danach stopft man ihn wieder
zurück. Diese dem Tier abverlangte plötzliche Bewegung
nach stundenlangem Dauerstehen ist Gift für die Gelenke des
Pferdes. Der Gelenkknorpel wird geschädigt. Das Pferd leidet
zusätzlich unter Gelenkschmerzen. Das Publikum bemerkt davon
nichts, denn Pferde leiden stumm. Sie können nicht schreien...
- Futter:
überwiegend staubiges Heu
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