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"Am
20.und 21 09.04 war dieser Circus auch in Freudenstadt.
Bei einer kurzen Überprüfung der Tiere im Freigehege (Kamele,
Ponies Esel und Lamas) fiel uns ein Lama auf, dessen eines Auge
mit Eiter total zugeklebt war.
Die
zuständige Veterinärin meinte, als ich anrief, dass sie
das auch festgestellt hat, und zwar hat das arme Ding eine durchgebrochene
Zahnfistel, die so vereitert ist, dass es bis ins Auge geht! Deshalb
wäre es wichtig, zu erfahren, wo "Renz" jetzt ist,
und ob das Lama wirklich behandelt wird. Gruß, Dagmar."
Quelle: 29.09.2004
fellbeisser
Renz
ist momentan in Mainz. Ob es dem Lama inzwischen besser geht, konnte
ich bisher nicht erfahren.
Achtung,
Renz ist brutal. Linktipp: "Zirkusse in Deutschland
schaffen sich ihr eigenes Recht. Zirkus Renz schlägt Hundertschaft
der Polizei in die Flucht – Elefantin „Seila“
ist nachweislich illegal und soll doch im Zirkus bleiben",
Gemeinsame
Erklärung von Laura Zimprich, animal public e. V., Alexander
Haufellner, Elefantenschutz Europa e. V., Dr. Christiane Baumgartl-Simons,
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner
e. V., Harald Ullmann, Peta Deutschland e. V., Daniela Freyer, Pro
Wildlife e. V.
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Aktion |
Bericht
zur Demo.
von Andreas Morlok (www.walschutzaktionen.de)
Radolfzell 12. September 2004
Am
Mittwoch dieser Woche entdeckte ich ein Plakat, das darauf hinwies,
dass der Zirkus Universal Renz hier in meiner Heimatstadt Radolfzell
am Wochenende gastiert. Die Werbebilder schreckten mich auf. Auf
dem Plakat wurden Wildtiere wie Elefant, Krokodil und Tiger
als Sensation angekündigt. Ich witterte sofort, dass das mit
Ausbeutung und Gewalt gegen Tiere zu tun haben muss.
Schnell fand ich viele Informationen von diesem Zirkus im Internet.
Berichte von beschlagnahmten Tieren, Berichte von Gewaltanwendungen
gegen diese Tiere, ein Elefant, der allein gefangen gehalten wird,
obwohl das verboten ist, ein Krokodil, dem das Maul mit Klebeband
zugeklebt wird, Zeitungsberichte negativer Art über diesen
Zirkus, Demos gegen diesen Zirkus in anderen Städten, usw.
Für mich genug, um selber etwas zu unternehmen.
-
Grundsätzlich lehne ich die Haltung und die Dressur von
Tieren in Zirkussen ab, da kein Tier ein Kunststück freiwillig
lernt und auf Kommando zeigt. Das hat immer eine gewalttätige
Vorgeschichte.
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Außerdem lehne ich es ab, dass Tiere aus kommerziellen
Gründen missbraucht und ausgebeutet werden.
-
Weiterhin kann kein Wildtier artgerecht gehalten werden. Das
ist niemals möglich, denn ein Elefant beispielsweise benötigt
in der freien Natur einen Lebensraum von etwa 40 km² - eine
Käfighaltung, womöglich noch angekettet ist ein Verbrechen
und nicht akzeptabel. Ich selber sah in Afrika freie Elefantenherden.
Immer leben die Elefanten in Herden. Einen allein einzusperren
ist nicht hinnehmbar.
Demo
und Protestaktion in Radolfzell
Am
Donnerstag beantragte ich eine Genehmigung für eine Demo vor
dem Zirkus. Obwohl eine Bearbeitung in der Regel 48 Stunden Zeit
benötigt, bekam ich diese innerhalb von wenigen Stunden. Danke
an das Ordnungsamt Radolfzell.
Am
frühen Morgen zum Freitag (5.00 Uhr) vernahmen Nachbarn des
Zirkusplatzes Furcht erregende Schreie, die sie aber keinem Tier
zuordnen konnten. Die ganze Nacht bastelte ich Transparente und
Infoblätter, was die lange Geschichte dieses Zirkusses dokumentieren
sollte. Berichte von Beschlagnahmungen, nicht artgerechte Haltungen,
Gewalt usw. seit 10 Jahren bis heute. Leider konnte ich aus Zeitgründen
nicht mehr die Presse mobilisieren. Nun los zur Demo.
Genau
auf der anderen Straßenseite - gegenüber des Kassenhauses
- hing ich mein 8 Meter Transparent mit der Aufschrift - KEIN
APPLAUS FÜR TIERQUÄLEREI - auf. Auf einer Sitzbank
platzierte ich meine Infozettel. Ein Polizeiauto kam langsam an
mir vorbei und wir winkten uns freundlich zu. Kein Problem also.
Ich musste noch mal meinen Zeitplaner anschauen, aber er stimmte.
Denn es war kaum was los. Gut so. Es scheinen nicht viele in diesen
Zirkus zu wollen. Einzelne Kleingruppen gingen an mir vorbei auf
dem Weg zum Kassenhäuschen.
Gespräche
mit Zirkusbesuchern
Ich versuchte alle, die an mir vorbei laufen mussten, in ein Gespräch
zu verwickeln und sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit
ihrer Eintrittskarte Gewalt und die Ausbeutung der Tiere unterstützen
würden. Oftmals war nur ein Achselzucken zu sehen und die Äußerung:
"die Kinder wollen halt die Tiere sehen". Ich versuchte,
jedem ein schlechtes Gewissen einzureden und erklärte ihnen,
wie die Tiere gehalten werden und dass viele Tiere nicht alt werden
können.
-
Viele Tiere leiden in der Gefangenschaft. Ein Drittel der gesamten
Elefanten, die in deutschen Zirkussen gefangen gehalten werden,
sind in den letzten 10 Jahren gestorben. Oftmals verstanden
sie dieses Argument.
-
Ich
fragte viele, ob sie eine Katze oder einen Hund Zuhause hätten.
Viele bejahten. Dann sagte ich weiter, jetzt sperren sie ihr
Haustier mal in ihren Transportkäfig, den sie normalerweise
nehmen, wenn sie zum Tierarzt gehen würden und lassen ihr
Haustier aber 23 Stunden am Tag da drinnen eingesperrt und das
immer, solange das Tier lebt. Das würden sie sicherlich
nicht zulassen, aber hier unterstützen sie ein solches
Verhalten.
-
In vielen Ländern sei die Haltung von Wildtieren im Zirkus
bereits verboten.
-
Abbringen konnte ich niemanden von seinem Besuch im Zirkus.
Aber ich bin mir ganz sicher, dass sich viele ihren nächsten
Besuch sehr wohl überlegen werden.
-
Diskussionen mit Mitarbeitern hatte ich am Freitag keine. Es
kam weder zu einer verbalen noch zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung.
Weitere
Beobachtungen...
Heute
morgen, am Sonntag, ging ich nochmals hin. Im strömendem Regen
zählte ich mal die Besucher, die am Kassenhaus Eintritt bezahlten.
Ich kam auf 153 Personen. Zweidrittel davon Kinder und Jugendliche.
Die Polizei winkte wieder freundlich und sonst war nichts. Einige
Gespräche folgten mit dem gleichen Inhalt wie am Freitag. Alle
Autofahrer lasen mein Plakat. Manche fuhren dafür langsamer
und fast knallte es. Eine Vollbremsung verhinderte schlimmeres.
Nach Beginn der Veranstaltung lief ich um das gesamte Gelände
herum. Hinten, in einem größeren Gehege sah ich Maja,
die Elefantenkuh. Heftiges "Weben", machte mir
klar, dass sie sehr leidet. Was für ein trauriger Anblick.
Wenigstens hatte sie ein größeres überdachtes Zelt,
in der sie auch etwas Bewegungsfreiheit hatte.

Ganz
hinten konnte ich noch ein paar Pferde und ein paar Kamele
entdecken. Die Pferde standen im Trockenen und die Kamele
lagen auf einer Wiese herum. Viel Platz und auch die Möglichkeit
sich unterzustellen waren gegeben. Mehr sah ich leider nicht. Eine
Tiershow ist am Sonntag nicht vorgesehen. Mist, hätte ich dies
nur schon am Freitag gemacht, um mir die Zustände etwas näher
anschauen zu können. Obwohl ich diesen Ausbeutern auch keinen
Euro aus meiner Tasche hätte geben wollen. Am Nachmittag ging
ich heute noch zur zweiten Vorstellung. Meine Lebensgefährtin
und unser Hund begleiteten mich. Viel mehr Besucher als am morgen
zählte ich auch am Nachmittag nicht. Und das bei insgesamt
6 Vorstellungen.
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Viele
Gespräche fanden wieder statt. Ich habe den Eindruck, dass
die Besucher fast nicht aufgeklärt sind. Woher auch.
-
Die Zeitungen berichten ja fast nichts Negatives oder Kritisches.
-
Die Stadt hat ja den Zirkus genehmigt. Das Veterinäramt
wird auch kontrollieren. Diese Kurzsichtigkeit regt mich auf.
Grenzt ja fast schon an Dummheit.
-
Und
wiederum die vielen Kinder. Erwachsene ohne Kinder sind nicht
auszumachen.
-
Keine Auseinandersetzung mit dem Zirkuspersonal. Ein Megafon
hätte ich gebraucht. Nun ja.
Mittlerweile scheint die Sonne und wir gehen abermals eine öffentliche
Straße runter, um noch einen Blick hinter die Kulissen zu
werfen. Maja zeigte immer noch ihr stereotypisches Verhalten und
stampfte immer hin und her. Nun sah ich auch einen Tiger,
der in einem großen Wagen in der Sonne döste. Ebenfalls
wiederum die Kamele. Weiter war nichts zu sehen.
Zwischenfall
mit Hund
Und
plötzlich doch noch was, mit dem ich nicht rechnete. Ein unangeleinter
Rottweiler (ohne Maulkorb) sprang auf und bellte hinter einem Gatter
unseren Hund aus. Und auf einmal zwängte er sich durch das
Gatter und stand plötzlich bellend vor uns. Auf der öffentlichen
Straße. Die Mitarbeiter waren weit und breit nicht zu sehen.
Waren schon mit dem Abbau des Kassenhauses beschäftigt (5 Minuten
nach Vorstellungsbeginn). Niemand von denen hatte auch nur ein Auge
auf diesen Hund gerichtet. Zwei Meter von uns entfernt brüllte
ich den Hund an und er verzog sich. Puh. Nichts gegen den Hund,
aber wie können die den unbeaufsichtigt so rumlaufen lassen?
Viele Kinder sind ja auch da. Fahrlässigkeit.
Fazit
Das
war meine erste Demo gegen die Haltung und Ausbeutung von Tieren
im Zirkus. Ich bin mir sicher, nicht die letzte. Aber nächstes
Mal werde ich hoffentlich mehr Zeit für die Vorbereitung haben.
Aber was könnte man denn tun, um die Leute dazu zu bewegen,
dass sie ihren nächsten Zirkusbesuch bleiben lassen sollen?
-
Wichtig
erscheint mir die Einbindung der Medien. Aber
ich bin mir nicht sicher, ob die auch den Mut fassen, kritisch
zu berichten
-
Den
Kindern kann man keine Horrorgeschichten erzählen
oder sie mit Horrorbildern schockieren
-
Flyer-Verteilungen in Briefkästen bei
einer Veranstaltung sind teuer und aufwändig. Bieten evtl.
gerade einen anderen Effekt und machen Werbung für den
Zirkus
-
Wenn wenige den Zirkus besuchen, dann kommt der nicht mehr oder
er muss umstellen, auf einen Zirkus ohne Tiere. Aber wie gewinnt
man die Leute, damit die den Zirkus boykottieren?
-
Eventuell geht es nur auf der Gesetzesebene. Druck auf Politiker
aufbauen?
-
Eventuell auch eine Positiv-Negativliste von
Städten und Gemeinden erstellen. Gibt es Städte/Gemeinden,
die solchen Zirkussen den Auftritt nicht erlauben? Diese müsste
man hoch loben...
Was
könnte man sich einfallen lassen, damit ein dauerhafter Druck
oder ein Gesetz diese Tragödie endlich beendet?
Ein Verstoß gegen die löchrigen Zirkusleitlinien festzustellen,
ist meines Erachtens nicht effektiv genug. Es wird zu viel gelogen
und manipuliert.
Die
Leute von einem Boykott zu überzeugen dauert zu lange...
wer
soll denn auch schon bei so vielen Zirkussen diese Aufgabe übernehmen...
- wer koordiniert was... - zuviel wertvolle Zeit ginge verloren...
- Unterschriftenlisten - hm....evtl.
Andreas Morlok, 12. September 2004
Herzlichen
Dank an Andreas für diesen Bericht. Die Fragen, die sich ihm
stellen, sind leider nicht einfach zu beantworten. Hier muss noch
viel Kampagnenarbeit geleistet werden - wie bei nahezu jedem Tierschutz-Thema...
Auf dem Tierrechtskongress in Wien (16.-19. September 2004) wird
es auch einen Arbeitskreis geben, der sich mit dieser Thematik beschäftigt.
Ich freue mich auf dieses Meeting und hoffe, vielleicht ein paar
Ideen und Lösungsvorschläge mitzubringen.

Viola
Kaesmacher |