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Gefrustet:
Trampeltier ohne Trampelpfad

Dieser Kamelhengst fristet sein ödes Dasein fast ausschließlich
stehend – oder liegend. Obwohl Groß- wie Kleinkamele
(Lamas) gewandte und ausdauernde Läufer sind – Dromedar
(griechisch) bedeutet z.B. „Lauftier“ – werden
sie im Zirkus vorwiegend als exotisches Extra im Pferdezelt gehalten:
lediglich zum Angaffen in der „Tierschau“ bestimmt.
Dort kümmern sie jahrzehntelang, unter physischen und psychischen
Qualen, einem elenden Sterben auf Raten entgegen: Der Beschäftigungsmangel
langweilt diese – entgegen ihrem Ruf – intelligenten
und verspielten Wesen; das Bewegungsdefizit schädigt ihre Gelenke
(Arthrose), das feuchte Milieu samt fehlendem Sonnenlicht, zugleich
auch die Haut (Räude).
Die
falsche Ernährung („fettes“ Gras, kein Salz) schadet
dem Bindegewebe und der Konstitution. Ein Altweltkamel benötigt
täglich 140 g Salz! Minerallecksteine fehlen aber gewöhnlich;
so hat auch dieses Tier bereits einen Höcker, der schlaff und
traurig an ihm herunterhängt.
Gebrochen:
Gefährlich und bedauernswert

Regelrecht lebensbedrohlich kann ein Besuch bei denjenigen der frustierten
Schautiere werden, die manchmal unerwartet „bösartig“
reagieren. Kamelhengst-Zähne können problemlose eine Kinderkopf
abtrennen!

Die
meisten der (überwiegend) verhaltensgestörten Tiere fallen
jedoch bald einer totalen Lethargie anheim, oder sie versuchen,
ihre Anspannung über stereotype Leerlaufhandlungen abzubauen.
Andere wenden ihre Aggressionen gegen sich selbst.
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